Internet der Dinge | | von Irmela Schwab

CES 2015: Kleine Geräte sorgen für großes Hallo

Die internationale Consumer Electronics Show hat begonnen. Und wird - wie David Berkowitz, CMO bei der Digitalmarketing-Agentur MRY und CES-Dauergast feststellt - immer mehr zum Cannes für den Winter. Mit anderen Worten: Die Messe, auf der Elektronikhersteller ihre neuesten Geräte vorstellen, interessiert nicht länger nur IT-Freaks. Sondern zunehmend auch die Marketer.

Laut Attendee Audit Summary ist die Anzahl der Werber und Marketer bereits im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 5315 gestiegen. Darunter mischten sich 447 CMOs - was einem Ansprung von elf Prozent gleichkommt. Zwar zählt die CES insgesamt rund 160.000 Besucher - doch Berkowitz fragt bereits: “Wann wird die CES zu dem Event werden, auf der Partnerschaften verkündet und Kampagnen erstmals gezeigt werden?”

Die Frage bliebt nicht lange unbeantwortet: Der amerikanische TV-Geräte-Hersteller RCA hat am ersten Tag der CES seine neue Kampagne “Made for Moments” vorgestellt, die die Entwicklung der knapp hundert Jahre alten Traditionsmarke thematisiert. Ein Motiv zeigt etwa ein Schwarz-weiß-Bild der fünfziger Jahre, als eine Familie um ein Fernsehgerät versammelt ist, gegenüber einer modernen Familie mit neuester TV-Technologie.  Passend dazu hat RCA auf der Messe seinen 4K TV, Smartphones und Tablet-Computer präsentiert.

4K-Fernseher sind - neben Tablets, Smartphones, Smartwatches und Fitnessbändern - zwar weiterhin einer der großen Hits auf der CES, doch wie das Wall Street Journal feststellt, liegt der Fokus auf den vielen kleinen Dingen, die sich mit dem Internet vernetzen lassen. Dazu zählen etwa W-LAN betriebene Fieberthermometer für Babys von TempTraq, ein Home Device Controller von Zuli, der über einen Bewegungsmelder bemerkt, wenn jemand zuhause ist und dann Lampen oder Lüftung aktiviert. Oder ein Blumentopf von Parrot, der die Pflanze, die darin steckt, selbst bewässert. Oder eine Glühlampe von Misfit, die den Schlafenden statt mit schrillem Weckergeheule mit künstlichem Sonnenlicht aufweckt. Einfach alles kann mit dem Internet verbunden werden, die Liste ist endlos.

Wie sich das fürs Marketing einsetzen lässt, liegt noch im Dunklen. Zunächst geht es vor allem darum zu sehen, wie Konsumenten die Innovationen überhaupt annehmen. Denn nicht alle sind sinnvoll, wie die Süddeutsche Zeitung kritisch bemerkt. Nur eines kam dem Autor wirklich nützlich vor: Ein intelligenter Gürtel namens Belty, der sich den Rundungen seines Trägers anpasst - etwa "nach dem Genuss der Weihnachtsgans", witzelt die Zeitung: "Diese Erfindung ist nicht nur technologisch möglich, sondern scheint tatsächlich auch technologisch sinnvoll und nützlich zu sein."

Warum auch nicht? Wenn Belty ein Erfolg wird, könnten sich etwa die Weight Watchers auf die Gürtelschnalle schalten. Spätestens dann wird Berkowitz' Vision wahr und Las Vegas wird zum neuen Kampagnen-Schauplatz der Welt.

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