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Open Data | | von Annette Mattgey

Bundesregierung: Mehr freie Daten für Bürger-Apps

Den nächsten Spielplatz finden, die Qualität des Leitungswassers prüfen oder die Ausgaben eines Ministeriums kontrollieren: Was wünschen sich die Bürger an frei zugänglichen Daten? Das  Bundesinenministerium ruft App-Entwickler dazu auf, sich am Open Data-Prozess zu beteiligen. Vorgestellt wurde das Projekt auf der Cebit von Jan-Ole Beyer ("Die Umsetzung des Open-Data-Aktionsplans der Bundesregierung – ein Zwischenstand"), der im Innenministerium für die Themen "Open Government" und "Open (Government) Data" zuständig ist. 

Der Wunsch nach mehr Transparenz bei den Behörden ist nicht neu. Besonders auf Konferenzen wie der Re:publica finden Open Data-Aktivisten Verbündete. Schon vor fünf Jahren stellten sie dort etwa eine App vor, mit der sich verfolgen lässt, wohin die landwirtschaftlichen Subventionen der EU fließen (Farmsubsidy.org). Auch die Bundesregierung war nicht untätig. Ministerialrätin Uta Dauke beschäftigt sich schon länger mit dem Thema: "Wie in den meisten Modernisierungsprojekten liegt die Herausforderung in dem erforderlichen Kulturwandel. Er braucht Zeit und Überzeugungskraft," sagte sie in einem Interview.

Einige beispielhafte Projekte gibt es bereits. Doch viele Datensätze liegen noch auf den Computern der Behörden und sind nicht öffentlich zugänglich.

Das Bundesinnenministerium will nun weitere Daten veröffentlichten. Dazu will das Ministerium wissen, welche Informationen Programmierer interessant finden. Das Ministerium rief Bürger am Dienstag auf, ihre Vorschläge auf einer Webseite einzureichen. Sie sollen auch erklären, wie die Daten genutzt werden können. Dabei geht es nicht um persönliche Informationen der Bürger, sondern etwa um Werte zur Wasserqualität oder Luftverschmutzung oder um öffentliche Ausgaben. Binnen weniger Stunden wurden bereits sieben Ideen veröffentlicht. Man merkt deutlich, dass ihre Verfasser bereits tief in der Materie drinstecken. In einem Vorschlag geht es etwa um die Energiewende, ein anderer sieht die vereinfachte Veröffentlichung von Daten aus dem Unternehmensregister vor.

Aktivisten hoffen, dass die Vorschläge aus dem Netz auch umgesetzt werden. "Wir finde die Plattform durchaus unterstützenswert und rufen zur Beteiligung auf - jedoch müssen darauf auch politische Beschlüsse folgen", sagte Fiona Krakenbürger von der Open Knowledge Foundation. Deutschland habe bisher eher zögerlich Daten zugänglich gemacht.

Die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff zeigte sich erfreut über das Projekt. "Es eröffnet die Chance, den Austausch von Informationen und Ideen zwischen der Bundesregierung und den Bürgerinnen und Bürgern zu verbessern", erklärte Voßhoff.

am/dpa

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