Irmela Schwab ist Autorin bei LEAD digital.
Irmela Schwab ist Autorin bei LEAD digital. © Foto:privat

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Bratwurst is everything: Was Amerikaner an der Dmexco schätzen

Medienunternehmen machen heute in Reisen und Auto, und mischen im Heiratsmarkt mit. Warum sollte ein Internetkonzern sich dann also nicht auch weiterentwickeln und Energie zu seinem neuen Standbein erklären? Den Web.de-Lenkern ist es offenbar zu eintönig geworden sich immer nur mit Emails zu beschäftigen. Daher haben sie Web.de Strom gelauncht: Der Strom ist ab sofort online buchbar und in ganz Deutschland verfügbar, auch für Kunden, die gar kein E-Mail-Postfach von Web.de nutzen. Da ergeben sich bestimmt hübsche Synergieeffekte.

Synergien erhofft man sich auch bei Gruner und Jahr. Medien machen ist bekanntermaßen People-Business, da liegt der Schulterschluss mit Influencern schon näher. Mit der Vermarktungs-Plattform Incircles will der Verlag Werbungtreibende und Multiplikatoren zusammenbringen. Die Schwerpunktthemen sind Essen & Trinken, Wohnen, Eltern, Reisen und Lifestyle. Zum Auftakt sind bereits gut 500 Influencer dabei, die gemeinsam etwa 13 Millionen Follower erreichen, darunter Esslust, Snukieful und Itscaroo.

Die Zeit drängt, neue Werbelösungen im Digitalen zu entwickeln. Während sich während der Dmexco Google, Facebook, Procter & Gamble und Unilever und einige mehr nun zur “Coalition for better Ads” zusammengeschlossen haben, zeigt Till Faida den Agenturchefs wo der Hammer hängt. Der Betreiber des Werbeblockers Adblock Plus hat auf der W&V Marketing Convention 2016 noch ordentlich gegen schlechte Werbung gemeutert: Jetzt macht selbst in Werbung. Künftig kann man über Adblock Plus Werbeplätze auf Internetseiten von Publishern kaufen.

Und während Google nun seinen eigenen sprachgesteuerten Assistenten namens Allo ins Getümmel mit anderen Künstlichen Intelligenz-Bestien wie Siri, Alexa und Cortana schickt, hat so mancher vom Rummel um digitale Innovationen oder solche, die es sein sollen, schon die Faxen dicke. Ausgerechnet Christoph Salzig, der als Pressesprecher lange Jahre für den Digitalverband BVDW gesprochen hat, und nun seine eigene PR-Agentur führt, fragt in LEAD digital: “Wem nutzt eigentlich digitale Werbung?” Vor lauter “Nebelkerzen”, wie Salzig beschreibt, ist der Blick darauf ziemlich verschleiert. Buzzwörter wie datadriven, programmatic oder real-time-bidding lenkten von den eigentlichen Problem ab.

Dazu gehört es auch, den User in die Mitte seiner Bemühungen zu stellen. Und zu schützen. Das ist Yahoo leider nicht gelungen: Wie am Donnerstag publik wurde, sind die Konten-Informationen von gut einer halbe Milliarde User gehackt worden. Dass Digital noch immer nicht everything ist, zeigt auch die falschen Messmetriken, die Facebook seinen Video-Abrufen zugrunde gelegt hat. Offenbar wurden die Durchschnittszeiten, die User mit dem Angucken von Videos zubringen, um zwischen 60 bis 80 Prozent überbewertet.

Ein Dmexco-Fazit ist mittlerweile auch auf der anderen Seite des Ozeans Brauch geworden. Auch wenn man in den USA immer noch vollauf damit beschäftigt ist, seinen digitalen Deutschland-Pilgerer zu verklickern, dass “Dmexico” kein “i” enthält und daher auch kein Land ist. "Advertising Age" geht etwa der Frage nach, ob das Kölner Event nun ein Muss ist oder nicht. Die Antwort fällt ziemlich amerikanisch-diplomatisch aus: Zwar fehlten in der Domstadt die großen Brands, und es gebe eine Vielzahl von anderen ähnlichen Konferenzen. Aber so gute Bratwürste und Bier wie in Deutschland, das gibt es laut Adage.com nirgendwo sonst.

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