Mobile Herausforderung | | von Irmela Schwab

Börsenblase? Die Stunde der Wahrheit für Facebook, Groupon & Co.

Als 2001 die Blase platzte und Internet-Firmen rasch auf ihren wahren Wert zusammenschrumpften, blieb eine Lehre: jungen Start-ups künftig genauer hinter die glamouröse Fassade zu gucken. Mit den Börsengängen von Groupon, Zynga und Facebook hat sich nun herausgestellt, dass die guten Vorsätze schon länger nicht mehr galten. Mit dem "Lock-up-Effekt", bei dem die Sperrfrist für den Aktienverkauf endet, kommt nun die Wahrheit des wahren Werts der Plattformen ans Licht.

Die Facebook-Aktie, die seit ihrem Launch an der New Yorker Nasdaq-Börse schon knapp 50 Prozent ihres Anfangspreises von 38 Dollar eingebüßt hat, wird im kommenden November nochmals hart auf die Probe gestellt. Denn dann können Anleger, nach einer vorher festgelegten Sperrre, ihre Aktien erstmals wieder verkaufen. Zyngas Aktienpreis ist gemessen am Anfangswert sogar um 70 Prozent eingebrochen. Und bei Groupon sprangen in den vergangenen Monaten bereits mehrere große Investoren ab. Wie das "Wall Street Journal" analysiert, hätten Investoren, die beim Coupon-Dienst auf schnelle Gewinne hofften, das Unternehmen durch ihre Geldgaben erst groß "aufgeblasen".

Selbiges ist bei Facebook passiert: Die Plattform, die anfänglich mit einem Wert von knapp 100 Milliarden Dollar bedacht wurde, ist nun bei frühen Investoren in Misskredit gefallen. Die frühen Facebook-Investoren, die insgesamt 271 Millionen Anteile halten, haben nun von ihrer ersten Verkaufsmöglichkeit (Lock-up) Gebrauch gemacht und Aktien frei gesetzt - unter den Verkäufern ist auch Peter Thiel, ehemaliger CEO bei PayPal, der rund 20 Millionen Aktien verkauft hat. Beim zweiten Lock-up im kommenden November stehen nun 1.4 Milliarden zusätzliche Anteile von Investoren und Facebook-Angestellten auf dem Spiel. 

Was der Social Media-Plattform und Start-ups wie Zynga und Groupon vor allem zu schaffen macht, ist es, ihr internetbasiertes Geschäftsmodell auf solide Füße auch im mobilen Web zu stellen. Ein Problem, das trotz des Wissens um die Problematik, von Analysten und Aktionären offenbar zu wenig beachtet wurde.

Börsenblase? Die Stunde der Wahrheit für Facebook, Groupon & Co.

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