MWC | | von Yvonne Göpfert

Autobauer verbünden sich mit Mobile-Anbietern

Die drahtlose Vernetzung von Geräten zu Hause wächst weiter, das Internet der Dinge dringt weiter in alle Lebensbereiche vor. Intelligente Stromzähler helfen Kosten sparen, Sicherheitssysteme erhöhen das Sicherheitsgefühl. Das geht aus der Studie „The Impact of the Internet of Things: The Connected Home“ hervor, die die GSMA, der Veranstalter des Mobile World Congress und Verband der Netzbetreiber veröffentlicht hat. Heute besitzt jeder Vierte in Deutschland, Japan, Großbritannien und den USA ein vernetztes Gerät wie einen intelligenten Stromzähler (28 Prozent), ein elektronisches Sicherheitssystem (23 Prozent), ein System zur Beleuchtungssteuerung (23 Prozent) oder ein System zur Gesundheitsüberwachung (23 Prozent).

Das Potenzial reicht von der Mobilität bis zur Gesundheit

Der Markt ist noch jung, das Wachstumspotenzial groß: Immer mehr Plattformbetreiber wollen sich daher im Markt etablieren. Qualcomm treibt seine offene Smart-Home-Plattform voran. Dort spricht der Haustürschlüssel mit dem Deckenfluter und der Stereoanlage und die Waschmaschine im Keller mit dem Fernseher im Wohnzimmer. Mit der Plattform Qualcomm Life steigt der Chiphersteller auch in den Gesundheitsmarkt ein. Im Auto bietet Qualcomm bislang überwiegend Car Entertainment. In Barcelona wurde eine Partnerschaft mit Mercedes angekündigt: Feinste Sensoren sollen die Übertragung von Daten in Echtzeit ermöglichen – für sichereres Fahren. Getestet wird in der Formel 1, später wird die Sensorik auch in normalen Autos verbaut.

Das Interesse am Connected Car ist der GSMA-Studie zufolge groß: Die Befragten sehen Vorteile durch niedrigeren Kraftstoffverbrauch, dank aktueller Verkehrsinformationen sowie niedrigerer Beiträge zur Kfz-Versicherung, wenn die Tarife nach tatsächlichem Nutzungsverhalten festgelegt werden. 86 Prozent der Befragten, die kein Connected Car besitzen, würden den Kauf eines solchen Fahrzeugs in Betracht ziehen, wenn dadurch die monatlichen Kosten für die Kfz-Versicherung um 30 Prozent sinken würden. Zudem versprechen sich die Befragten von Connected Cars einen erheblichen Zeitgewinn von mehr als sechs Stunden Fahrzeit im Monat, da sie so Staus durch aktuelle Verkehrsinformationen vermeiden können.

AT& T, der amerikanische Netzbetreiber, der bereits heute eine Plattform für Alarmanlagen und sicheres Wohnen in den USA betreibt, will jetzt auch im Automotive-Bereich Fuß fassen. Audi ist bereits Partner, mit anderen Automobilherstellern ist man derzeit im Gespräch. Die AT&T-Plattform ermöglicht es, das Auto in einen fahrenden Hotspot zu verwandeln, zeigt Ideen, wie das Auto schneller und bequemer in die Garage kommt sowie Sicherheitsanwendungen im Straßenverkehr.

Big Data fürs Fahrrad

Ford hat mit Ford Sync und App Link bereits als Vorreiter in der Automobilbranche ein (halb)offenes Ökosystem für Apps im Auto etabliert. Nun geht Ford wieder neue Wege und bezieht weitere Fahrzeuge wie Fahrräder mit ein. Der "Smart Mobility Plan" von Ford umfasst weltweit bislang 25 Mobilitätsprojekte rund um intelligentes und autonomes Fahren unter Einbeziehung von Konnektivität und Big Data. Auf dem Mobile World Congress 2015 zeigt Ford erstmals in Europa das neue "Info-Cycle"-Experiment. Dabei handelt es sich um eine Open-Source-Datenerfassung zur Optimierung des städtischen Radfahrens mit E-Bikes oder traditionellen Fahrrädern. Das Projekt wurde entwickelt, um die Welt von Radfahrern besser zu verstehen und die Sicherheit von Radfahrern zu erhöhen. Hierfür werden Community-basierte Dienste mit Wetter- und Geo-Informationen sowie mit Daten aus dem realen Fahrbetrieb verknüpft, wie etwa Raddrehzahl oder Beschleunigung.

Noch werden neue Ideen geboren, was mit dem Internet der Dinge alles möglich ist und die passende Partnerschaften geknüpft. Der Markt ist noch jung, es wird viel experimentiert. "Auch wenn der Markt heute noch in einer frühen Phase ist, gibt es schon heute einen riesigen Bedarf für diese Dienste im vernetzten Haushalt. Wichtig wird es sein, für eine reibungslose Zusammenarbeit all dieser Geräte und Dienste untereinander zu sorgen. Das ist eine Aufgabe für Unternehmen aus verschiedensten Branchen, die zusammenarbeiten und die Interoperabilität vorantreiben müssen" sagt Alex Sinclair, Chief Technology Officer, GSMA.

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