Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Aufreger der Woche: Wunder-BHs und Drohnen überm Rhein

Mit seiner jüngsten Erfindung hat sich Microsoft eigentlich einen Gleichstellungsorden verdient. Gleich nachdem Sony eine smarte Perücke entwickelt, die dann in Aktion tritt, wenn der Träger sich seine Kotelletten kratzt. Und während noch gerätstelt wurde, was für Frauen angedacht ist, kommt bereits Microsoft um die Ecke - und präsentiert den smarten Wonderbra.

Der Wunder-BH soll seinen Trägerinnen dabei helfen, Fressattacken beim Stress vorzubeugen. Dazu erfasst es Stimmungen und Stresslevel über die Herzfrequenz und Hautspannung. Ein Bra - so die Meinung der Wissenschaftler - ist für sowas ja das ideale Gerät schlechthin, sitzt er doch ganz nah am Herzen. 

Höher, weiter, schlauer und vor allem schneller ist ja ohnehin das Gebot zum Jahresende 2013. Ein neues Startup aus dem Silicon Valley bietet Online-Shoppern einen Lieferservice an, der ihnen bestellte Produkte in Internet-Geschäften noch am selben Tag zustellt. Zudem arbeitet Deliv - so der Name des Startus - schon mit einigen Einkaufsmalls in den USA zusammen. Den Grund zur Eile gebieten Unternehmen wie Ebay, Google und Walmart, die einen Wettlauf um die tägliche, ja teilsweise sogar stündliche Zustellung angezettelt haben. Angeführt natürlich von den Amazons, die derzeit über Paket-Drohnen fantasieren.

Was der Marktplatz aus Seattle können will, kann die Deutsche Post schon lange. Der 9. Dezember 2013 wird vermutlich in die Annalen der Bonner eingehen: An dem Tag haben sie erstmals Luftpost von einer Drohne ausliefern lassen. Der fliegende Bote brachte ein Päckchen über den Rhein und bestand damit den firmeneigenen Test. Etwaigen Gegnern dieses ambitionierten Vorhabens bleibt allerdings noch ein wenig Zeit zum Protestieren, denn konkrete Pläne, den Testlauf in den Regelbetrieb übergehen zu lassen, hat die Post genauso wie Amazon noch nicht.

So gesehen sind die vielen smarten Geräte - von Google Glass bis hin zu Microsoft Wonderbra - ja auch eher Träumerei denn Realität. Ob die Angebote überhaupt vom Konsumenten angenommen werden, steht schließlich noch auf einem ganz anderen Blatt. So hat die US-Bank Wells Fargo beispielsweise eine Mobile Banking Applikation entwickelt, die von Beta-Testern verwendet wird. Die vernichtende Bilanz: Bei Geldgeschäfte bringt der Einsatz der smarten Brille keine Vorteile.

Bei anderen Produkten mag das ja ganz anders aussehen. Beispiel Adventskalender. Wie Digital LEADER Mike Schnoor kritisiert, nerven die meisten herkömmlichen Online-Adventsangebote bis ins Letzte. Vielleicht könnte Google Glass da ja Abhilfe schaffen.

Aufreger der Woche: Wunder-BHs und Drohnen überm Rhein

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