Die Woche im Schnelldurchlauf | | von Irmela Schwab

Aufreger der Woche: Warum Apple am Luxus hängt und ungelebte Visionen auch was Gutes haben

War was? Das wollen wir, die Redaktion von LEAD digital, zum Wochenende künftig regelmäßig fragen. Was hat die Branche bewegt, was war Thema in der Blogosphäre? Dabei erheben wir ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Ein subjektiver Rückblick von wechselnden Autoren. Diese Woche: Warum Apple lieber nicht billig werden will und warum die Dmexco nicht alle Visionen wahr werden lassen sollte.

Der große Aufreger kam diese Woche in Regenbogen-Farben daher. Denn anstatt seine Jünger mit Revolutionärem zu überraschen, wie so oft in den vergangenen Jahren, erstrahlen die neuen Apple-Handys zwar in schönen satten Farben. Aber, ach, wie Medien aus aller Welt bemäkelten, fehlte bei der Präsentation von CEO Tim Cook am 10. September dann doch irgendwie “der große Wurf”.

Auch LEAD digital findet, dass Apple ein Ziel verfehlte, allerdings eher ein strategisches: Denn die Erwartung, dass der kalifornische Technologie-Konzern seine hochpreisige Geräte auch der breiten Masse zugänglich machen werde, blieb unerfüllt: Statt das neue iPhones 5c, das die Features des klassischen 5er-Modells umfasst, günstig anzubieten, kostet es immerhin noch 600 Euro aufwärts ohne Vertrag. Für Länder wie China und Indien, wo etwa Samsung Smartphones für weniger als 100 Euro anbietet, ist das keine Strategie, kritisieren viele Analysten. Andere wiederum finden es ok, wenn Apple einfach, das bleiben will, was es so groß und glamourös gemacht hat: die Luxusgüter-Strategie.

Wem der Löwenanteil des weltweit 400 Milliarden Dollar schweren Smartphone-Marktes am Ende dann gehören wird, bleibt also weiter spannend. Gewiss ist, dass - trotz der vielen smarten Uhren - eine rosarote Zukunft demjenigen winkt, der Geschäftsmodelle für das Handy entwickelt. Von der praktischen WC-Finder-App bis hin zu so hochkomplizierten Lösungen wie Mobile Payment: So hat Yapital, eine hundertprozentige Otto-Tochter, eine App entwickelt, mit der bargeldloses Bezahlen im Supermarkt möglich sein wird: Ab November können alle Shopper in Rewe-Supermärkten und Toom-Verbrauchermärkten an der Kasse ihre Geldbeutel stecken lassen - und stattdessen das Handy zücken. Beworben wird der Mobile Payment-Dienst großmundig als “erste europäische, bargeldlose Cross-Channel-Payment-Lösung über alle Kanäle hinweg: stationär, mobil, online sowie per Rechnung”.

Die Depesche passt gut zur Dmexco, die mindestens ebensoviele Superlative verspricht. In der nächsten Woche ist es endlich soweit, wenn die Messe endlich ihre Pforten auf der Kölnmesse eröffnet und Einblicke gibt, wie man aus den zahlreichen digitalen Visionen endlich auch mal Realität zum Anfassen macht - "Turning Visions into Reality" heißt dazu passend das diesjährige Motto, ganz in english. Hinter den Mikrophonen zu sehen sind dann vor allem Manager aus den USA, worüber hierzulande hinter vorgehaltener Hand auch ein wenig gelästert wird. Denn dass die Amerikaner auch nicht alles wissen und manchmal sogar ziemliche Anfängerpatzer im Social Web machen, zeigt AT&T. Der US-Mobilfunkdienstleister hat den diesjährigen Jahrestag von 9/11 zum Anlass für Werbung in eigener Sache genommen. Dafür hat er ein Bild von zwei Lichtsäulen via Twitter gezeigt, die das eingestürzte World Trade Center symbolisieren - gesehen durch die Linse einer Handykamera. Die Headline “Never forget” mutete für viele als ein Zuviel des Guten an: Das Unternehmen wurde daraufhin mit erbosten Tweets überflutet. Was zeigt: Nicht aus allen Visionen muss Realität werden.

Aufreger der Woche: Warum Apple am Luxus hängt und ungelebte Visionen auch was Gutes haben

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