Die Woche im Schnelldurchlauf | | von Annette Mattgey

Aufreger der Woche: Pofalla bekommt ein Tumblr und Apple einen neuen Investor

War was? Das wollen wir, die Redaktion von LEAD digital, zum Wochenende künftig regelmäßig fragen. Was hat die Branche bewegt, was war Thema in der Blogosphäre? Dabei erheben wir ausdrücklich keinen Anspruch auf Vollständigkeit! Ein subjektiver Rückblick von wechselnden Autoren. Diese Woche: Pofalla bekommt ein eigens Tumblr, die Apple-Fans ein neues Spielzeug und die Mobile Marketer neue Zahlenwerke.

Die NSA und kein Ende: Snowden-Dokumente, die der "Washington Post" vorliegen, belegen offenbar, dass der US-Geheimdienst entgegen bisheriger Behauptungen doch auch US-Bürger umfassend überwacht hat. Seit 2008 gerieten auch Inländer in das Netz der NSA, so die Post. Allein in den vergangenen zwölf Monaten seien rund 3.000 Fälle durch interne Untersuchungen gefunden worden, darunter auch Green-Card-Besitzer.

Hierzulande bewegt sich die Gemeinde hauptsächlich auf dem Feld der Exegese: Was meint Kanzleramtsminister Ronald Pofalla, wenn er so fein „auf deutschem Boden“ formuliert? Dass ihn die Weiche, die der britische Geheimdienst an das dicke Glasfaserkabel vor der Küste unwidersprochen angelegt hat, nichts angeht? Das Thema schwappt hörbar in Geschäftsmodelle: Cloud-Anbieter rechnen bereits mit Verlusten in Europa und Asien. Und die Netzgemeinde ließ es sich nicht nehmen, Pofalla nach seinen Aussagen vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium ein eigenes Tumblr zu widmen (Pofalla beendet Dinge).

Der Stimmung innerhalb der IT-Branche tut die Diskussion auch in Deutschland nicht gut. Deshalb schauen viele gern vor der Dmexco in die USA. Bewegtbild scheint dort eine Spielwiese zu sein, auf die immer wieder große Player drängen: Nach Googles Streaming-Stick Chromecast hat nun Sony angekündigt, seine nächste Spielekonsole Playstation 4 zugleich zur Videoabspiel-Station und Streaming-Box für Videos zu machen, befüttert vom Sony-eigenen Portal und eingebunden in die Gerätefamilie von Bravia-TV-Screen bis zum Smartphone. Lieferanten wie Disney sollen bis zum Marktstart eingebunden sein, Viacom ist schon dabei. Apple, ick hör’ Dir trapsen. Für Sony ist die nächste Playstation ein entscheidender Prüfstein für die kommenden Jahre: Kann das Geschäftsmodell heimische Spielekonsolen in Zeiten von kostenlosen Browsergames und spielefähigen Smartphones sowie Tablets noch einmal funktionieren? Sony setzt auf üppige Multifunktion, um die nötigen Stückzahlen zu erreichen. Interessanterweise startet der japanische Konzern Sony das Angebot ganz bald auf dem wichtigen US-Markt.

Währenddessen kloppen sich Microsoft und Google wegen einer YouTube-App für WindowsPhone. Die Nerven sind gespannt unter den Schwergewichten.

Apropos Schwergewichte: Um Apple gibt’s immer Gerüchte: Neue iPhones Anfang September vielleicht. Die neuen Großinvestoren sind dagegen bestätigt, darunter Carl Icahn im Umfang einer Milliarde. Schwergewichte unter sich. Könnte, je nach Augur oder „Experte“ gut sein oder auch nicht. Der Kurs ging erst mal nach oben.

Apropos Mobil: Dem Erfolg des Kanals wird Rechnung getragen – im doppelten Wortsinne, denn seit 8. August weist IVW auch die mobilen Reichweiten aus, künftig im Monatsrhythmus. Ganz so weit sind die Mobile Fact-Sheets der AGOF noch nicht, sollen aber ab 29. August quartalsweise veröffentlicht werden, besser als je zuvor natürlich. Die Grundlagen für eine sichere Mediaplanung sind also jetzt da und entfallen künftig als Ausrede für zögerliche Budgetzuteiler.

Zumal auch die lang gehegte Lieblingsthese einiger TV-Vermarkter bröselt. Das TV-Gerät scheint mitnichten „First Screen“ zu sein, zumindest nicht unter Onlinern, wie eine neue Studie von InteractiveMedia und United Internet Media belegen soll. Die persönlichen Devices, allen voran das Smartphone, werden zum „First Screen“; ein Trend, der schon lange rollt und kein Gerücht mehr sein dürfte.

Ein Gerücht dagegen ist leider definitiv, dass die Deutsche Bahn nun Hacker einsetzt, die per Fernwartung Klimaanlagen zum Kühlen und Klos zum Spülen bringen sollen. Schade eigentlich.

Aufreger der Woche: Pofalla bekommt ein Tumblr und Apple einen neuen Investor

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