Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Aufreger der Woche: Buh für Whatsapp und die Anti-Trends

Big Data-Hasser und Privacy-Fans können aufatmen - denn der Markt reguliert offenbar selbst, was er sich eingebrockt hat. Das zeigt nicht nur die Popularität der Snapchat-App, ein Messenger, dessen Nachrichten und Bilder sich in Luft auflösen. Auch der aktuelle Test von Stiftung Warentest hat sich nun mit der Datensicherheit von solchen Nachrichten-Services beschäftigt - und dabei Whatsapp den Buhmann-Stempel “sehr kritisch” aufgedrückt. So setzt der US-Messenger etwa keine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ein, und kann Adressbucheinträge der User ohne deren Zustimmung einsehen und Dritten mitteilen. Auch die AGBs werden als nicht lupenrein bewertet.

Und das ist nicht der einzige Grund, warum der beliebten App, die mit seinen zuletzt 450 Millionen Mitgliedern Facebook 19 Milliarden Dollar wert war, nun scharenweise die User davonrennen: Das Misstrauen vor der blauen Daten-Sammelstelle aus dem Silicon Valley sitzt tief. Alternativen wie Messenger wie Threema und Telegram, die lückenlos verschlüsseln, profitieren vom Anti-Trend

Whatsapp-Gründer Jan Koum präsentierte sich in dieser Woche indes ganz enstpannt auf dem Mobile World Congress in Barcelona, und betonte, dass seine Crew auch nach dem Big Deal mit Facebook unabhängig bleiben will. Über seine User möchte er außerdem so wenig wie möglich wissen. Ob das, wenn es denn stimmt, auch so bleibt, darf getrost bezweifelt werden: Immerhin wurde nicht nur auf dem Panel - in dem Koum mit Sirgoo Lee saß, CEO des koreanischen Konkurrenten Kakao Talk - über die immense Bedeutung von Daten gesprochen. Die gesamte Digitalbranche lechzt danach, die Daten-Auslese in bares Gold zu wandeln. 

Eine willkommene Marktlücke für all diejenigen Dienstleister und Hersteller, die dem Verbraucher dabei helfen, sich dem Datenhunger der Branche zu entziehen. Schließlich bewegen Themen wie Abhören, Belauschen und Informationsklau - sonst schillernder Stoff von Spionage-Thrillern wie James Bond - derzeit die Massen. Mit der Entwicklung des Black Smartphone stößt Flugzeugbauer Boeing in ein für ihn völlig neues Business-Neuland vor: Das Telefon kann sich quasi selbst vernichten - das heißt, alle Daten und persönlichen Informationen werden automatisch ausgelöscht beim Versuch das Android-basierte Gerät zu knacken. Geplant ist, Black in Krisengebieten oder bei Militäreinsätzen zu verwenden. Dabei soll es mit hohen Verschlüsselungsstandards ungewollten Mitlauschern den Zugang verwehren. Gut möglich, dass sich auch der Normalo-Konsument künftig für solche Technologie begeistern wird - etwa das Schweizer Modell Blackphone, das auf dem Mobile World Congress präsentiert wurde.

Aufreger der Woche: Buh für Whatsapp und die Anti-Trends

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