Mobile Payment | | von Annette Mattgey

Apple Pay: In China hui, in USA pfui

In den ersten drei Tagen haben bereits mehr als eine Million Amerikaner Apple Pay installiert. Jetzt schießen allerdings einige Einzelhändler dagegen, weil sie ihre eigene auf QR-Codes basierende Lösung favorisieren. Bleibt Tim Cook nur eines: die Expansion nach China. Denn da winkt eine Kooperation mit Alibaba.

Der Chef der chinesischen Handelsplattform Alibaba, Jack Ma, zeigte bei einem Konferenz-Auftritt Interesse an einer Zusammenarbeit. Zu seinem Konzern gehört der Bezahldienst Alipay mit 300 Millionen aktiven Nutzern.  "Ich hoffe, wir können etwas zusammen machen", sagte der Alibaba-Gründer auf einer vom "Wall Street Journal" veranstalteten Konferenz in Kalifornien. Der ebenfalls anwesende Apple-Chef Tim Cook kündigte wenig später an, er wolle mit Ma diese Woche über verschiedene mögliche Partnerschaften sprechen.

Bei dem vor gut einer Woche zunächst in den USA gestarteten iPhone-Bezahldienst Apple Pay sei in den ersten drei Tagen mehr als eine Million Kreditkarten aktiviert worden, sagte Cook. Bei dem System kann man an der Kasse ein iPhone der neuen Generation an ein Lesegerät mit NFC-Funk halten und die Zahlung mit dem Fingerabdruck auf dem eingebauten Sensor des Geräts statt PIN-Eingabe bestätigen.

Mehrere große US-Einzelhändler arbeiten an einem eigenen System mit dem Namen CurrentC. Zu der Koalition gehören unter anderem der Supermarkt-Riese Walmart sowie die Ketten Target und Best Buy. Die Drogerieketten CVS und Rite Aid sperrten am Wochenende die Möglichkeit zum kontaktlosen Bezahlen per NFC-Nahfunk und schlossen damit Apple Pay aus. Man prüfe noch die Optionen bei den mobilen Bezahldiensten, sagte eine Sprecherin von Rite Aid der "New York Times". Der bei Apple Pay
beteiligte Kreditkarten-Konzern Mastercard kritisierte den Schritt als Einschränkung der Auswahl.
"Wir denken, dass Kunden mit jedem Verfahren bezahlen können sollten, das sie nutzen möchten", sagte Mastercard-Manager Ed McLaughlin. Apple Pay wird bisher unter anderem von der Kaufhauskette Macy's oder den Walgreens-Drogerien unterstützt.

Mit dem schon seit mehreren Jahren entwickelten CurrentC versuchen die Einzelhändler, ein System aufzubauen, das ohne NFC und Gebühren von Kreditkarten-Anbietern auskommt. Laut Unterlagen, die das Blog "TechCrunch" veröffentlichte, sieht der typische Bezahlprozess in etwa so aus: Der Kunde scannt mit dem Smartphone einen grafischen QR-Code auf dem Kassen-Bildschirm aus, der Kassierer scannt danach einen weiteren Code auf dem Handy-Display. Kundenkarten der Händler sollen eingebunden werden, was bei Apple Pay bisher nicht vorgesehen ist.

Cook sprach von einem "Scharmützel" und zeigte sich überzeugt, der iPhone-Bezahldienst werde sich am Ende durchsetzen, weil er sicher und bequem sei.

Apple Pay im Alltagstest von "The Verge":

(dpa/am)

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