Facebook Home II | | von Irmela Schwab

Ansellem: "Facebook könnte demnächst Blackberry übernehmen"

Vor zwei Jahren hat Paul Ansellem es schon prophezeit: Die Zukunft des mobile Internets wird von sozialen Netzwerken bestimmt. Ansellem, Präsident bei der französischen Marketing-Agentur Mobile Network Group, war vorher COO Nokia France und hat Frankreichs ersten SMS-Provider Phonevalley gegründet. Im Interview mit LEAD digital bewertet er Facebooks neues User Interface für Android-Telefone. Mehr zu den Details, wie Facebook Home funktioniert, lesen Sie hier.

Nach Monate lang schwelenden Gerüchte um ein Facebook Phone hat Mark Zuckerberg nun Facebook Home vorgestellt: ein User Interface, das die Freunde des Users ins Zentrum stellt. Überrascht?

Mit einem neuen User Interface habe ich dabei auf jeden Fall gerechnet: Die sozialen Features sind damit nun wesentlich stärker im Smartphone verankert. Außerdem ist ein großer Sprung getan, um dem User relevante Nachrichten aus seinem Freundeskreis zu übermitteln. Ehrlich gesagt habe ich mir dabei aber noch mehr erwartet. Genauso auch dabei, wie Kontakte gemanagt sowie Bilder und Videos bearbeitet werden. Insgesamt gesehen ist es aber ein guter Start.

Hat Facebook Home das Zeug zum Game Changer?

Facebook wird vor allem von seinen Investoren dazu angehalten, innovativ zu sein. Seine User wollen eine stärkere mobile Präsenz und sie wollen, dass Facebook für sie mehr leistet. Für einen Anfang ist die Strategie also gut - aber langfristig sollten die einzelnen Funktionen weiter ausgebaut werden. 

Facebook Home gibt es bisher nur auf Android-Telefonen. Bedeutet das einen Anstieg der Verkäufe von Android betriebene Smarthpones? 

Facebook hatte zwei Optionen: Microsoft oder Android. Und weil Android die offenere Plattform unter den beiden Betriebssystemen ist, ist die Wahl die richtige. Mit diesem Schritt wird Android seine Marktpenetration deutlich erhöhen.

Was bedeutet es für Facebooks eigene Marktpräsenz?

Facebook ist nun mehr denn je ein mobiles Unternehmen. Mark Zuckerberg zeigt, dass er in der Lage ist, dass mobile Ökosystem und seine User zu verstehen. In Zukunft muss Facebook noch mehr dafür tun - warum sollte es dafür nicht demnächst Blackberry übernehmen? Genauso hat es Google schließlich mit Motorola getan.

Über die Integration der Werbekunden in die neue Strategie wurde noch nichts bekannt gegeben. Was wäre da denkbar? Wäre es zum Beispiel möglich, dass Ads auf dem Telefon aufpoppen so wie die Nachrichten von Freunden?

Vor einem Jahr hat Facebook keinen Penny mit mobilen Ads eingenommen. Im letzten Quartal steuerte die Smartphone-Werbung 23 Prozent zum Umsatz bei. Also können wir mit großer Sicherheit davon ausgehen, dass Ads aufpoppen werden.

Ansellem: "Facebook könnte demnächst Blackberry übernehmen"

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht