Scout24 Services-Interview | | von Tobias Weidemann

"Aktivitäten verlagern sich vom Web in den Mobile-Kanal"

Der Mobile-Kanal wird in der Internetnutzung immer wichtiger und zunehmend nutzen Unternehmen die Chancen, die sich hieraus ergeben. LEAD digital sprach mit Sabine Haase, CEO der Scout 24 Services. Scout 24 Services, eine Tochter der Scout-24-Gruppe, beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Geschäftsbereiche und Produkte. Gleichzeitig ist Sabine Haase CEO des Startup Spontacts, einer Freizeit-Community für spontane Unternehmungen.

Sie haben mit unterschiedlichsten Geschäftsfeldern und Anwendungen zu tun. Bemerken Sie dabei ein unterschiedliches Nutzungsverhalten zwischen den Diensten, was die Nutzung von Mobile betrifft? Wo ist Mobile besonders gefragt?

Mobile ist besonders wichtig, wenn es um direkte Kommunikation geht, bei der eine sofortige Response gefragt ist. Beispielsweise wenn es um ortsbezogene Informationen geht, weil man über Mobile besonders gut Targeting für Produkte und Services betreiben kann. Außerdem sollten die Datenmengen nicht zu groß sein. Bei Spontacts melde ich mich mal schnell zum Kinobesuch an – ein toller Usecase für Mobile… Wenn ich dagegen eine KFZ-Versicherung suche, dann werde ich das eher nicht mobil machen, weil ich hier viele Daten eingeben muss und das eher nicht im Vorbeigehen erledige. Mobile eignet sich am besten für Dinge, die man schnell erledigen kann – je mehr es ins Browsing und Daten eingeben geht, desto schlechter funktioniert das über den Mobile-Kanal.

Welchen Mehrwert bietet Mobile für Ihr Business? Welche Features der Geräte machen den Erfolg von Mobile-Anwendungen aus?

Lokales Targeting ist wichtig. Bei Spontacts sehe ich immer die Aktivitäten in meinem aktuellen Umkreis, der Ort passt sich an. Außerdem kann ich Instant Messages schicken und mich direkt vor Ort verabreden und treffen. Diese Kombination aus lokaler und sozialer Komponente sind für mich das Besondere am Mobile-Kanal.

Wie messen Sie Erfolg im Mobile-Umfeld? Kommt es da auf Klicks und Page Impressions an oder woran machen Sie das fest?

Wir messen zum einen die Downloads der App und die Zahl der Registrierungen – jeder Kunde, der das Produkt nutzt, meldet sich bei uns an. Außerdem tracken wir noch diverse Aktionen, wie zum Beispiel, welche Aktivitäten der Nutzer einstellt, wo er klickt und ob er auch auf Banner klickt.

Glauben Sie, dass der Erfolg von Mobile etwas an den Zahlen für das klassische Internet ändert? Kannibalisiert Mobile Online?

Ich kann mir vorstellen, dass beim klassischen Werbemarkt eine Kannibalisierung stattfindet, weil sich viele Aktionen vom klassischen Web in den Mobile-Kanal verlagern und man Mobile derzeit noch nicht so gut mit Displaywerbung monetarisieren kann. Für klassische Display-Sites, die sehr fokussiert Content und Displaywerbung ausliefern ist das mit Sicherheit ein Thema. Bei vielen Seiten sind es ja schon zwischen 20 und 30 Prozent, die dann als Reichweite in der Online-Vermarktung fehlen können.

Brauchen Firmen für mobile Aufgaben wirklich spezielles Personal – gibt es eine Mobile-Denke, wie manche Experten sagen? Haben Sie diese speziellen Mobile-Mitarbeiter?

Dadurch dass wir ein Online-Unternehmen sind, ist bei uns das Durchschnittsalter eher niedriger. Wir haben in der Entwicklung spezielle Mitarbeiter, die ausschließlich Mobile-Anwendungen programmieren. Und für den Bereich Usability ist es uns auch wichtig, Mitarbeiter mit hoher Mobile-Expertise zu beschäftigen. Ich würde nicht sagen, dass es ohne reine Mobile-Experten nicht geht. Es wird sich sicher eine auf Mobile spezialisierte Gruppe für Design, UX und Programmierung herauskristallisieren.

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Sabine Haase ist eine der Panel-Teilnehmerinnen beim LEAD digital Experts Talk „Mobile Creativity“ am kommenden Donnerstag, 20.06.2013 in München. Sie wird dort unter anderem mit Holger Mews, Commercial Director Central Europe von Adobe und Stephan Theiß, Geschäftsführer bei Gelbe Seiten Marketing über die Potenziale im Mobilen, die Nutzungsszenarien und Monitoring-Methoden im Mobile-Marketing diskutieren. Noch nicht angemeldet? Dann wird’s aber Zeit – hier entlang.

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