Onlinewerbung | | von Susanne Herrmann

Adblocker blocken bringt eine Million im Monat

Wen Onlinewerbung nervt, der schaltet gern mal einen Adblocker ein. Sehr zum Leidwesen der Seitenbetreiber, die mit Werbung Geld verdienen, und der Werbungtreibenden, die dadurch immer weniger Surfer erreichen. Rund ein Drittel der Internetnutzer setzt eines der angebotenen Addons ein, um Onlinebanner und -videos zu unterbinden. Das kostet - derzeit etwa 10 Prozent der Werbeeinnahmen, schätzen Marktbeobachter. Inzwischen rufen bereits Journalisten wie Karsten Lohmeyer (Lousypennies) dazu auf, Adblocker nicht zu verwenden. Onlineinhalte seien meist kostenlos - deren Erstellung aber nicht; sie wird durch Werbung refinanziert. Soweit der Plan.

Digitaldienstleister Ooyala will nun dafür sorgen, dass die verlorengegangenen Umsätze wieder erschlossen werden können. Ein Plug-in, das der Anbieter von Video-, Analyse- und Monetarisierungslösungen entwickelt hat, setzt Adblocker außer Kraft. Holger Schöpper, Regional Director CEU bei Ooyala: "Das Plug-In, das jetzt allen Kunden von Ooyala zur Verfügung steht, nutzt die wichtigsten Features der Ad-Server-Plattform von Ooyala, besonders die Anti-Ad-Blocking-Technologie.  Es verhindert den Gebrauch von Adblockern durch Drittanbieter und hilft Anbietern von Videoinhalten, bedeutende ungenutzte Umsatzpotentiale zu erschließen." Diese neue Technik habe sich bereits bei fünf großen europäischen Sendern bewährt, die sie seit Dezember 2014 einsetzen, sagt Schöpper weiter. Zu Ooyalas Kunden gehören zum Beispiel die Fernsehsender RTL  (Deutschland), ESPN, Univision, Sky Sports (Großbritannien), NBC Universal in Frankreich und Mediaset (Spanien).

Das Ergebnis laut Schöpper für die Sender, die bereits dabei sind: "Es konnten 90 Millionen Ad-Impressions im Monat freigeschaltet werden, die zuvor blockiert waren." Und das bringe "mehr als eine Million Dollar zusätzlichen Umsatz pro Monat – Umsatz, der vorher verloren war."

Den Ooyala-Daten zufolge verwenden rund 144 Millionen Menschen im Monat Adblocker, was insbesondere Medienhäuser und Anbieter von Video-Inhalten schade. Am stärksten betroffen seien Videospiele- und Technik-Seiten im Netz, aber laut dem Tracking-Service Page Fair auch mehr und mehr Anbieter von Nachrichten (bis zu 20 %), Entertainment (15 %) und Sportnachrichten (15 %). Vor allem Millennials setzen auf Werbevermeidungshelfer im Web. Mit seinem Kampf dagegen ist Ooyala nicht allein. Sourcepoint und Veeseo sind nur zwei der Unternehmen, die sich auch in dem Bereich tummeln.

Ooyala gehört zum australischen Telekommunikationsunternehmen Telstra und hat 2014 Videoplaza übernommen. Seither bietet das Unternehmen Reichweiten im Videostreaming, Personalisierung und Datenanalyse sowie Monetarisierung vias Video-Adserver-Plattformen und Programmatic-Trading-Lösungen zur Ausspielung von Videowerbung auf allen Endgeräten. 

Adblocker blocken bringt eine Million im Monat

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

(1) Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht