Influencer-Marketing ist People's Business, sagt Sven Wiesner, Havas Beebop.
Influencer-Marketing ist People's Business, sagt Sven Wiesner, Havas Beebop. © Foto:Havas

Sven Wiesner, Havas Beebop | | von einem Gastautor

10 Dinge, die Sie beim Kontakt zu Influencern wissen müssen

Man kann den Artikel von André Krüger ("Woher kommen plötzlich all diese Influencer?") recht simpel zusammenfassen: Er hat recht. Und er beschreibt das auch recht blumig. Von daher ist aus "Social-Media-Superexpertensicht" leider keine krasse Antithese aufzubauen. Was sich hierzu allerdings ergänzen lässt, sind diese simplen Punkte, die sich jeder Marketingmensch unter das Kopfkissen legen sollte, der eine Kooperation mit der Spezies "Influencer" anstrebt:

1. Rede nicht um den heißen Brei herum!

Egal ob Kundenfeedback, Budgetprobleme oder Timing-Stress. Der Influencer ist kein zartes Pflänzchen, dass die Wahrheit nicht verträgt. Gib also Informationen klar und offen weiter, das vermeidet Missverständnisse.

2. Influencer früh genug einbinden!

Kooperation bedeutet Zusammenarbeit. Nicht selten fühlt sich die Influencer-Kampagne jedoch eher nach Diktatorenherrschaft an. "Ich sage, du machst" funktioniert nicht, der Influencer sollte im Gegenteil schon bei der Ideenentwicklung eingebunden werden.

3. Definiere einen festen Ansprechpartner!

Es ist ok, den Prakti mit den Influencern reden zu lassen, wenn er es denn drauf hat und auch die nötige Entscheidungsgewalt besitzt. "Das weiss ich grad nicht" und "Das muss ich erst mal abklären" raubt nicht nur Zeit, sondern nimmt auch den Spaß an der Sache.

4. Trefft euch offline!

Es ist ok, die erste zaghafte Kooperationsanfrage nicht gleich in Form eines singenden Telegramms vor die Haustür des Influencers zu postieren. Aber spätestens nach der fünften Mail sollte man mal telefoniert und sich zum Plausch verabredet haben. Influencermarketing ist People's Business (und psst: es beeinflusst zudem nicht selten den Preis für so manche Kooperation!)

5. Geld allein motiviert nicht!

Der schnöde Mammon dient nicht selten als Schmerzensgeld, damit die Hämorrhoidensalbe ihre Platzierung im Lifestyle-Blog bekommt. Nachhaltig ist das nicht, deswegen ist neben einer fairen Bezahlung (Richtwert: Je mehr nachweisbare Reichweite, je mehr Euros – logisch) auch eine attraktive Aktion mit passenden Produkten und eine herzliche Betreuung wichtig.

6. Den Influencern kreatives Storytelling ermöglichen

Wenn die Aufgabenstellung heißt "Snappe deine Erfahrungen mit unserem WLAN-Kabel!", habt ihr hoffentlich viel Budget zur Verfügung (siehe Punkt 5). Besser ist es, die Aktionen so zu gestalten, dass dem Influencer die Arbeit erleichtert wird. Nämlich hübschen Content für seine Community zu produzieren.

7. Analysiert die Zielgruppe der Influencer. Vorher!

Einen veganen Foodblogger zum Influencer Event des Frühstücksfleischherstellers einzuladen, klingt nur kurz nach einer pfiffigen Idee. Besser im Vorfeld analysieren, welche Themenbereiche und Leser der Influencer anspricht. Auch persönliche Vorlieben sollten im Vorfeld gecheckt werden, dann kann man gleich beim Erstkontakt mit Hintergrundwissen punkten.

8. Messen, bewerten, repeat!

Was hat uns die Zusammenarbeit gebracht? Das wird bei jeder ernst gemeinten Kampagne gemessen. Auch Influencer-Marketing macht man nicht (nur) um wundervoll zu sein. Also: Nullmessung durchführen (etwa die Anzahl der Social-Media-Fans), Traffic messen (durch maskierte Links) und nach der Aktion die Ergebnisse zusammen fassen. Den Influencer nach der Aktion mit diesen zu konfrontieren ist im Übrigen auch nie verkehrt.

9. Gib auch Newcomern eine Chance!

Es muss nicht immer gleich eine Kooperation mit Bibi & Co sein. Auch an Aktionen mit Influencern, die zwar noch keine siebenstellige Reichweite vorweisen können, jedoch durch Engagement, Contentqualität und außergewöhnliche Aktionen auffallen, können beide Seiten Spaß haben. Und wer weiß, vielleicht ist das der Beginn einer langen Partnerschaft?

10. Kooperationen, die Spaß und Ergebnisse bringen, vertiefen!

Du hast einen Influencer gefunden, mit dem du gerne zusammen arbeitest, und dessen Platzierungen messbare Erfolge bringen? Jackpot! Halte die Freundschaft aufrecht (gern auch zwischen den gemeinsamen Kampagnen) und vertiefe die Beziehung.

Diese zehn Punkte sind keine Raketenwissenschaft. Es hilft jedoch sicherlich, sich diese immer mal wieder vor Augen zu halten. Und klar, im Arbeitsalltag lassen sich nicht immer alle Punkte umsetzen. Wenn der Kunde in letzter Minute eine Änderung hat, die Deadline drängt oder der Influencer auch mal quer schlägt. Hier gilt Regel 1: Klar und offen kommunizieren, wo der Schuh drückt. Dann klappt es auch mit dem Influencer.

Sven Wiesner arbeitet als Geschäftsführer von Havas Beebop. Die Hamburger Agentur hat ihre Schwerpunkte in den Bereichen Social Media und Ambient Media. Zusammen mit Pedro Anacker hat der erfahrene Digitaler im April 2010 die Social-Media-Unit der Beebop Media AG gegründet. Im Februar 2016 verkauften sie das Unternehmen an das Network Havas Worldwide.

10 Dinge, die Sie beim Kontakt zu Influencern wissen müssen

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