Teradata-Studie | | von Annette Mattgey

10 Dinge, die heutigen Shopping-Apps fehlen

Auch wenn 70 Prozent der größten Online-Händler eine App im Angebot haben, heißt das noch lange nicht, dass die dahinter stehenden Möglichkeiten voll ausgeschöpft werden - im Gegenteil. So fragen zwei Drittel um Erlaubnis, Push-Nachrichten verschicken zu dürfen, aber dabei bleibt es. Genutzt wird der Kanal nicht. Woran es sonst noch hapert, untersuchte Teradata in seiner Studie: "Mobile –Shopping Apps in Deutschland, Österreich und der Schweiz – Statusbericht 2015". Dafür wurden die 50 größten E-Commerce-Unternehmen (gemessen am Jahresumsatz, darunter sowohl Online-only-Anbieter als auch Einzelhändler ) in der DACH-Region daraufhin analysiert, wie sie mobile Apps einsetzen.
 
Der stärksten Nachholbedarf besteht bei der Datennutzung und deren Vernetzung. Meldet ein User sich bei der App an, kann der Händler nachvollziehen, wie sein (potentieller) Kunde über verschiedene Plattformen hinweg agiert - Grundlage für eine relevantere Ansprache. Jedoch verlangen nur 14,3 Prozent der Handelsunternehmen einen zwingenden Login in die App. Die deutliche Mehrheit von 80 Prozent bietet eine optionale Anmeldung und 5,7 Prozent haben keinen Anmeldeprozess implementiert.

10 Dinge, die den Apps der Händler (noch) fehlen:

1. Eine App

So simpel es klingt, aber 30 Prozent der größten deutschen Online-Anbieter, zeigen ihren Kunden keine Shopping-App an und verzichten damit auf die Vorteile des zusätzlichen Kanals. In anderen europäischen Ländern ist die App-Nutzung stärker verbreitet, etwa in Großbritannien, wo 96 Prozent eine App einsetzen.

2. Individualisierte Startseite

Jeder liest lieber Inhalte, die ihn persönlich ansprechen. Wenn die Startseite die persönlichen Vorlieben des Nutzers widerspiegelt, bekommt er das Gefühl, dass sich das Unternehmen auf ihn als Individuum konzentriert und auf seine Wünsche und Bedürfnisse eingeht.

3. Login

Ein Login ermöglicht das Sammeln von Kundendaten und damit eine Individualisierung der künftigen Interaktion. Gleichzeitig öffnet es weitere Kommunikationskanäle wie E-Mail, SMS oder soziale Medien. Es kann optional oder obligatorisch gestaltet sein. Wer seinen Kunden nicht vergrätzen will und ihm mehr Spielraum geben will, sollte auf die freiwillige Variante setzen.

4. Push-Nachrichten

Ein wirksames Tool, das nur 20 Prozent der untersuchten Apps tatsächlich anwenden - obwohl sich zwei Drittel die notwendige Einwilligung haben geben lassen. Eine vertane Chance.

5. Individualisierte Nachrichten

Mehr Kundenbindung lässt sich durch personalisierte Inhalte in Nachrichten erzielen. Verwunderlich, dass nur drei Prozent der  Apps darauf eingerichtet sind. Dabei dürfte es doch ein leichtes sein, zumindest nach Geschlecht und/oder Alter zu segmentieren. Wie wäre es außerdem, wenn man Kleidung im bevorzugten Farbspektrum des Käufers anzeigt?

Geburtstagsgrüße sind ein beliebter Kommunikationsanlass - im E-Mail-Marketing, aber nur eine der getesteten Apps verschickt welche. Schade, hier geht noch mehr: Überlegen Sie sich ein spezielles und individualisiertes Angebot als Geschenk.

6. Location-Based-Angebote

Fehlanzeige auch bei diesem Feature, dabei lassen sich so bummelnde Passanten in Geschäfte locken. Voraussetzung ist natürlich, dass die Einwilligung zur Lokalisierung vorliegt. So erkennen Händler, wann sich Kunden in der Nähe einer Filiale aufhalten und können ein passendes Angebot senden. "Faulen" Kunden, die schon länger nicht mehr da waren, hilft vielleicht eine kleine Erinnerung - verbunden mit einem kleinen Goodie, wieder vorbeizukommen.

7. Payment-Möglichkeit

Hier sind die meisten Händler schon gut aufgestellt. Bei 74 Prozent der Apps können Kunden innerhalb der App bezahlen. Wichtig dabei, dass das mobile Einkaufen so rasch und bequem wie möglich gestaltet ist. Die Verweigerer sollten sich überlegen, dass fehlende Bezahlmöglichkeiten für viele potenzielle Käufer ein Grund zum Kaufabbruch sind. Wenn Sie Produktinformationen anbieten, dem Kunden aber keine Möglichkeit geben, innerhalb der App zu kaufen, ist dieser Umsatz verloren.

8. Nachricht bei Kaufabbruch

Da immerhin drei Viertel der Apps eine Bezahlung innerhalb der App anbieten, ist es erstaunlich, dass keine der Apps eine Nachricht nach einem abgebrochenen Kaufvorgang versendet, obwohl das ein sehr wirksamer Weg ist, Kunden zu dem letzten Schritt in einem Bestellvorgang zu bewegen. Durch den Versand von Erinnerungen oder Rabattgutscheinen für die
entsprechende Produktkategorie können Händler den Umsatz steigern und die Kundenbindung erhöhen.

9. In-App-Nachrichten

Nur drei Prozent der Apps setzten auf dieses Feature, dabei ist es ein wunderbarer Weg, Menschen zu erreichen, die die Push-Funktion abgeschaltet haben. Auf diese Weise können Händler interaktive Nachrichten versenden, die Bilder, Videos, Umfragen und Gutscheine enthalten können. Dies trägt zur Kundenbindung bei.

10. Erhebung von E-Mail-Adressen

In Zeiten des Crosschannel-Marketings ist es sinnvoll, mehrere Kontaktwege offen zu halten. Allerdings sind nicht alle Kunden bereit, zusätzliche Kontaktinformationen preiszugeben. Machen Sie daher auch diese Angaben nicht zur Pflicht.

Die vollständige Studie findet sich gegen Angabe der Adressdaten hier zum Download.

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