Meinung | | von Annette Mattgey

Youtube Trueview Shoppable Ads: Revolution für den E-Commerce?

Mit den neuen Werbeformaten wandelt sich das Youtube-Video vom Branding-Star zum Verkaufsspezialisten. Erste Kampagnen zeigen, dass sich die Umsätze im Vergleich zu Standard-Videos verdreifachen. Das erlebte der US-Einzelhändler Wayfair. Die Shoppable Trueview-Anzeigen lassen sich mit interaktiven Karten kombinieren, die weitere Informationen enthalten. "Youtube macht mit den Shoppable Trueview Ads einen entscheidenden Schritt zum Performance-Kanal. Die Kombination aus Bewegtbild-Werbung und direkter Produktpromotion mit Anschluss an den Warenkorb ist extrem spannend für alle Online-Händler, die bereits Bewegtbild-Kampagnen schalten und Video-Content haben. Bisher stand Youtube eher in der Mitte der Customer Journey. Das neue Format wird Impuls-Käufe fördern und den Kaufprozess deutlich beschleunigen", sagt Ben Prause, Geschäftsführer von der Digi-Agentur Eprofessional und einer der Beta-Tester des Formats.

Aus seiner Sicht haben die dynamischen Produktanzeigen von Youtube vier Vorteile:

1.    Kostenrahmen

Die Shoppable Trueview Ads folgen der Mechanik von Trueview Instream-Anzeigen. Werbungtreibende müssen erst zahlen, wenn ein Nutzer das Werbevideo mindestens 30 Sekunden angeschaut hat oder die gesamte Videoanzeige, wenn diese kürzer ist. Der Nutzer kann das Video nach fünf Sekunden überspringen, wenn es ihm nicht gefällt. Alle Klicks, die auf eine externe Webseite führen, werden wie Views berechnet.

2.    Einmal Aufwand, mehrmals nutzen: Der Google Shopping-Datenfeed

Shoppable Trueview Ads sind mit dem Google Merchant Center verknüpft. Da derselbe Datenfeed wie bei Google Shopping genutzt wird, können die Inhalte aus den bestehenden Feeds ohne weitere Bearbeitung in den Videoanzeigen platziert werden. Den erforderlichen Call-to-Action in der oberen rechten Ecke des Werbevideos kann man unkompliziert einbauen. Reagiert der Nutzer darauf, öffnet sich im Abspielbereich eine vertikale Produktgalerie. Die dort präsentierten Produktkarten bestehen aus einem Thumbnail und einem Beschreibungstext. Sie speisen sich dynamisch aus den im Google-Datenfeed hinterlegten Informationen.

3.    Bessere Klicks, mehr Ertrag

Die stärker auf den Nutzer und seine individuellen Produktinteressen abgestimmten Inhalte führen nicht nur zu einem quantitativen, sondern auch zu einem qualitativen Anstieg der Klicks. Das schlägt sich in besseren Ertragswerten nieder. Das volle Potenzial der Shoppable Trueview Ads schöpft man mit dem Einsatz von Re-Marketing-Listen aus. Diese enthalten Nutzer, die an verschiedenen Stellen in ihrem Kaufentscheidungsprozess im Online-Shop des Retailers markiert wurden. Die Anzeigen präsentieren also genau die Produkte, für die sich Nutzer mit hoher Kaufwahrscheinlichkeit interessieren. Außerdem können Kaufabbrecher so in einem anderen Umfeld noch einmal ganz konkret mit den Produkten aus dem stehengelassenen Warenkorb angesprochen werden.

4 Big Data wird zum A&O

Mit den Shoppable Trueview Ads bietet Youtube einen neuen vertriebsorientierten Kontaktpunkt zu potenziellen Kunden. Auch andere Plattformen wie Facebook und Amazon haben in den letzten Wochen Werbeformate geschaffen, die eine dynamische Anzeigengestaltung auf Basis von Produktdaten-Feeds ermöglichen. Shopbetreiber sind gut beraten, frühzeitig die Möglichkeiten der Produktdaten-Feeds kennenzulernen und damit zu experimentieren, damit sie das volle Potenzial ausschöpfen können.

So gestaltet L'Oréal sein Video mit Trueview Shoppable Ads:

Youtube Trueview Shoppable Ads: Revolution für den E-Commerce?

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