US-Handel | | von Irmela Schwab

Wie Walmart & Co. Amazon Paroli bieten

In den USA kämpfen Retailer um die Dominanz im Web: Ziel dabei ist es, vor allem dem Erzrivalen Amazon die Stirn zu bieten. Laut einem Bericht des Wall Street Journal hat es Walmart geschafft, seine weltweiten Internet-Umsätze im vergangenen Geschäftsjahr nach oben zu jagen: um 30 Prozent auf zehn Milliarden Dollar. Im selben Zeitraum steigerte Amazon seine Verkaufsumsätze lediglich um 20 Prozent.

Natürlich steht Walmart mit seinen Digitalumsätzen trotzdem im Schatten des Rivalen aus Seattle. Dieser hat 2013 insgesamt 67,8 Milliarden Dollar umgesetzt: Das ist mehr als zehn seiner größten Rivalen zusammen, darunter Apple und eben auch Walmart, der mit seinen rund 11.000 Geschäften und knapp 500 Milliarden Dollar übrigens noch immer das größte Warenhaus der Welt ist. Zu den Aufholstrategien von Walmart zählen:

1. der Kauf von E-Commerce-Startups: Aktuell der von SEO/SEA-Dienstleister Adchemy (s. Bild) als zwölfte Akquisition in dem Bereich innerhalb von drei Jahren. Adchemys Gründer Murthy Nukala hatte neulich vorhergesagt, dass Walmart binnen eines Zeitraums von zwei Jahren mit Amazon Schritt halten könne.

2. die Expansion seiner Warenlager für Online-Bestellungen. Im vergangenen Geschäftsjahr wurden drei neue Standorte geschaffen sowie die Anzahl der Mitarbeiter in bestehenden Lagern aufgestockt.

3. die Verkürzung der Lieferzeiten: Ziel ist es, Waren nach der Bestellung noch am selben Tag auszuliefern.

4. Testen im eigenen Forschungszentrum, den WalmartLabs in Mountain View im Silicon Valley. Dort ist nun auch der jüngste Zukauf Adchemy angesiedelt.

An einer Expansion in die digitale Sphäre arbeitet auch Home Depot: Anstatt wie bisher immer neue Geschäfte zu eröffnen, hat die Baumarktkette in neues Warenlager in der Nähe von Atlanta investiert. Online bietet Home Depot bereits mehr als 600.000 Produkte an - in einem seiner typischen Geschäfte nur zirka 35.000.

Auch die Elektronikkette Best Buy ist emsig damit beschäftigt, sein Geschäftsmodell zu verändern. Strategie ist es, die großen Ladenflächen, die viel Miete kosten und die Kunden zum Showrooming einladen, zu verkleinern: insbesondere in Innenstädten und Einkaufspassagen. In den kleineren Läden gibt es ein "Central Knowledge Desk", das an Apples Genius Bar erinnert. Zusätzlich baut der Händler neuerdings gemeinsam mit Samsung "Experience Stores" auf: Ebenfalls ein Konzept, das die Dominanz von Apple untergraben soll - und Mehrwert gegenüber Online only-Retailern wie Amazon schaffen will.

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