Wenn ein Chatbot rosafarbene Kleidchen anbietet
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Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Wenn ein Chatbot rosafarbene Kleidchen anbietet

Darf es ein Touchpoint  mehr sein? Paolo Anania, CEO von Granpasso, prophezeit eine goldene Zukunft für Chatbots, die per Messenger agieren. Er analysiert, was das Erfolgsgeheimnis werden könnte: Genau, den Kunden richtig beraten. Aber nicht am Kunden vorbei, sondern auf dessen Bedürfnisse angepasst. Fragen wie "Wonach suchen Sie heute?" oder "Was wollen Sie maximal ausgeben?" wären dann essentiell. Doch die große Kunst wird darin bestehen, dass der Chatbot nicht nur als Verkäufer agiert, sondern den Kunden mitreißt und inspiriert. Eine große Herausforderung – klappt das ja nicht mal bei echten Verkäufern. Aber vielleicht schmunzeln wir ja über die erste Generation der Chatbots so wie wir heute über die Grafik von Pacman schmunzeln.

Kleine Nebennotiz: Google hat jetzt seinen Messenger Allo vom Stapel gelassen, wenn auch vorerst nur in den USA. Der Messenger arbeitet eng mit dem  Google-Assistent zusammen. Und der hilft, wann er nur kann. Entweder in einem gesonderten Chat, indem man ihm direkt Fragen stellt und nur mit ihm kommuniziert. Oder er schaltet sich in einem beliebigen Chat dazu. Chatbots aller Marken – wendet euch an Google, wenn ihr vorankommen wollt.

Etwas konservativer, aber nicht weniger aktuell ist die Analyse von Björn Portillo von der Agentur Hmmh, der eine Lanze für Connected Commerce, also die Verheiratung von Ladengeschäft und Online bricht. Hose online sehen, im Laden anprobieren, Hemd per Push-Nachricht dazu angeboten bekommen – das ist Erlebnis und Cross Selling aus einer Hand. Und auch hier gilt: Denken Sie sich in den  Kunden hinein und etablieren Sie Prozesse, die ihm gefallen. Der CEO macht's möglich – zumindest sollte er das. Ob dann der Chatbot vom Sofa aus noch den letzten Stups bzw. den ersten Impuls gibt, wird sich zeigen.

Hat Ebay als reiner Online-Marktplatz da überhaupt eine Chance? Nun ja, Ebay hat rund eine Milliarde Artikel im Angebot, davon etwa 140 Millionen in Deutschland. In Deutschland zählt man 17 Millionen Käufer. Nun will auch Ebay verstärkt auf Künstliche Intelligenz setzen. Doch die Methoden klingen fast schon altbacken: "Der Computer liest Artikeltexte und -beschreibungen automatisiert aus und interpretiert sie, um den Produktkatalog weiter anzureichern. Ziel ist es, den Nutzern durch zusätzliche Personalisierungsmöglichkeiten und mehr Relevanz neue Zugänge zu unserem Inventar zu bieten" sagt Stefan Wenzel, Ebay-Chef Deutschland gegenüber der FAZ. Wir denken: Da muss in Zukunft noch ein bisschen mehr kommen.

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