Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Wearables, Wachstum, wilde Innovationen

Bevor wir mit unserem wöchentlichen Rückblick beginnen, wollen auch wir an dieser Stelle kurz der ermordeten Journalisten des französischen Satiremagazins Charlie Hebdo gedenken. Schon lange nicht mehr hat eine Gewalttat die Welt so vereint - via Facebook, via Twitter! Mit "Je suis Charlie" gibt es ein neues Symbol für Freiheit und Toleranz. Möge der islamistische Terror nicht das sein, was unsere schöne Welt in Zukunft prägt.

Im Gegenteil - es gibt viel bessere Möglichkeiten, die Zukunft zu gestalten. Auf der Consumer Electronics Show CES wurde vom 6.-9. Januar gezeigt, wie die Welt von morgen tickt. Demnach sollten sich Hersteller und Marketer heute schon darauf einstellen, dass es nicht mehr mit dem Verkauf eines Produkts getan ist. Dank Internet der Dinge, einem der großen Trends auf der CES, müssen Hersteller in Zukunft in Service-Ketten denken. Eine Uhr, die Fitnessübungen misst, ein Sensor für die Nahrungsaufnahme und eine App zur Schlafüberwachung sind da ganz konkrete Beispiele und rufen Hardware, Diätprodukte- oder Medizintechnik-Hersteller auf, neue Services anzubieten. Für Wearables gilt: Neben kundenspezifischen Informationsangeboten können wir dort in Zukunft auch intelligente Werbeflächen oder Virtual Reality-Anwendungen finden.

Natürlich nur, solange die Probleme mit der Sicherheit die Kunden nicht verschrecken. Der große Hacker-Angriff auf Sony im Dezember hat gezeigt, welche Folgen das nach sich zieht. Und dass der Chefchef dazu Stellung nehmen muss, wenn das Ereignis kein PR-Desaster werden soll. Sony-Chef Kazuo Hirai äußerte sich daher erstmals auf der CES öffentlich zu den Vorfällen. Auch Hacken war damit ein großes Thema auf der Consumer Show.

Doch trotz aller Gefahren wird der Online-Handel weiter wachsen, wie Rakuten-Chef Christian Macht schildert. Es wird ein weltweiter Zuwachs des Online-Geschäfts um 17,7 Prozent auf ein Gesamtvolumen von 1,77 Billionen Dollar erwartet. In Deutschland sollen es laut HDE um zwölf Prozent bzw. 43,6 Milliarden Euro sein. Einer, der fleißig zu diesem Wachstum beitragen wird, ist der Online-Brillenhändler Mr. Spex. Er hat von Goldmann Sachs gerade eine Finanzspritze in Höhe von 32 Millionen Euro bekommen. Ob all die Brillen nun über Drohnen ausgeliefert werden – wir werden sehen. Noch gibt es da ja ein paar Hindernisse.

Wachstum ist natürlich auch möglich mit Hilfe einer Preiserhöhung. 2015 sollen Apps im App Store rund 10 Prozent teuer werden. Die günstigsten Apps kosten statt bisher 0,89 Euro künftig 0,99 Euro. Bei höheren Preisen schlägt Apple kräftig auf: Für eine App zu 5,99 Euro sollen bei einer Preissteigerung von 10 Prozent nicht 6,59 Euro fällig werden. Apple rundet lieber auf 6,99 Euro auf. Der Grund für die Preiserhöhung liegt in den neuen Umsatzsteuerregelungen der EU. Seit dem 1. Januar 2015 müssen Anbieter digitaler Güter diese mit dem Umsatzsteuersatz aus dem Land des Käufers versehen.

Deutlich kreativer als Preiserhöhungen sind innovative Geschäftspraktiken. Ein gutes Beispiel liefert Uber. Der private Taxi-Dienst sammelt in den USA Daten über nächtliche Fahrwünsche – und zieht daraus Schlüsse, in welchen Vierteln besonders viele One-Night-Stands stattfinden.

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