Movie-Finanzierung | | von Anja Janotta

Was Kino-Marketer von "Stromberg" online lernen können

Der neue Kinofilm "Stromberg -Lass das mal den Papa machen" wurde per Crowdfunding finanziert. Im Interview mit dem "Handelbslatt" erklärt Frederic A. Komp, Chef von Brainpool Artistic and Content Services, wie die Produktionsfirma Crowdfunding auch als Anreiz für die Fan-Community genutzt hat, um mehr Kinobesucher in den Film zu locken. Stromberg, gleichnamiger Serienheld einer ehemaligen ProSieben-Serie, habe über die Jahre bereits eine stabile Fangemeinde entwickelt, so Komp. "Da konnten wir online, über Facebook, über Fan-Communitys kommunizieren. Und in MySpass.de haben wir eine Destination im Haus, die Stromberg sehr nahe ist." Das Finanzierungsziel eine Million Euro war bereits nach einer Woche erreicht. Innerhalb dieser Woche sei ein großer Run auf die Anteile entstanden: "Wir hätten wahrscheinlich noch deutlich mehr verkaufen können, aber wir waren in dem Moment völlig überrascht davon." Insgesamt hätten 3.300 Leute mitgemacht, die im Durchschnitt 330 Euro beitrugen.

Um die Community besonders stark an den Film zu binden, habe man  auf der Film-Website eine  besondere Investoren-Lounge eingerichtet, die jeweils über den Fortgang des Filmprojekts informierte. Allerdings sieht Komp das nicht als Königsweg für die deutsche Kinobranche, weil diese durchaus größere Summen benötige und nicht immer über die nötige Marktingpower für  ein derartiges Crowdsourcing-Projekt verfüge.

Das Crowdfunding hatte nicht nur finanzielle Gründe, Brainpool verband auch hohe Marketingerwartungen mit der Aktion: "Unter Marketinggesichtspunkten" sei eine große Community "eine traumhafte Ausgangsposition. Das schafft nur der Papa", gab Komp zu.

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Gewinn bei Stromberg-Film – jetzt gibt es Geld vom Papa!

von Petra Schwegler

"Das hat der Papa gut gemacht!", meldet die Produktionsfirma Brainpool am Donnerstag und verkündet die erste Gewinnausschüttung an alle Crowdinvestoren, die Bernd Stromberg beim Ausflug auf die große Leinwand unterstützt haben. Nach dem ersten Abrechnungszeitraum für "Stromberg – Der Film" und mit 1.339.215 Zuschauern in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg und Belgien sind demzufolge knapp 1,17 Millionen Euro an die Investorengemeinschaft ausgeschüttet worden. "Über das Investment von einer Million Euro wird somit ein Gewinn in Höhe von 169.607,50 Euro an die Investoren ausgezahlt", heißt es.

 

So kommt es, dass Produzent und Autor Ralf Husmann beispielsweise einem Gaststätten-Betreiber in Köln einen symbolischen Scheck in Höhe von 1169,61 Euro überreichen kann – für 1000 Euro, die dieser 2011 während der Crowdfundingphase investiert hat. Das investierte Kapital ist damit wieder erwirtschaftet, rund elf Prozent Gewinn springen heraus – und eine von Stromberg-Darsteller Christoph Maria Herbst signierte DVD vom Film, die seit Anfang September im Handel erhältlich ist. Doch die Crowdinvestoren verdienen weiterhin an dem Filmprojekt: Der nächste Abrechnungsstichtag sei Ende Februar 2015, betont Brainpool. Husmann betont: "Unsere Investoren haben nicht nur Gewinn gemacht, sondern zusätzlich noch einen Film bekommen. Mit Gags, Musik, Nutten und Frank-Walter Steinmeier! Mehr kann keiner verlangen. Das ist purer Spaß-Kapitalismus, daran kann sich Nordkorea mal ein Beispiel nehmen!"

In "Stromberg – Der Film" geht es für die gesamte Belegschaft der Capitol Versicherung auf einen Betriebsausflug der besonderen Art. Hier beweist sich Stromberg auch abseits des ganz normalen Bürowahnsinns einmal mehr als Chef, den man seinem schlimmsten Kollegen nicht wünscht, als Meister der pointierten Lebensweisheit und - als fürsorglicher "Papa" der Abteilung. Wie die TV-Serie auf ProSieben entstand auch der Film nach einem Drehbuch von Stromberg-"Mastermind" und Produzent Husmann und unter der Regie von Arne Feldhusen. Ermöglicht wurden die Dreharbeiten letztendlich durch die Fangemeinde der Kultserie, die im Dezember 2011 per Crowdfunding innerhalb einer Woche eine Million Euro zur Mitfinanzierung des Films aufbrachte. Aufgerufen wurde über die Brainpool-Comedy-Plattform MySpass.de. Als TV-Partner ist ProSieben mit an Bord. Ein Ausstrahlungstermin im TV steht dem Produzenten zufolge noch nicht fest.

von Petra Schwegler - Kommentare Kommentar schreiben