Ralf Kleber ist Amazons Country Manager Deutschland
Ralf Kleber ist Amazons Country Manager Deutschland © Foto:Jens Küsters für Amazon

Produktentwicklung bei Amazon | | von W&V Online

Warum Pressemitteilungen für Amazon so wichtig sind

Egal ob Amazons smarter Bestellbutton Dash, die Same-Day-Lieferung Prime Now oder der Marktplatz für Handgemachtes, Handmade – in ihrer Entstehungsgeschichte haben die Amazon-Innovationen ohne Ausnahme eines gemein: Ihre Geburt beginnt mit einer Pressemitteilung. Das skizzierte Amazon-Deutschland-Chef Ralf Kleber im Rahmen des Netzwerkevents "Amazon Academy" in Berlin.

Innovationsforen für Pressemitteilungen

Wer immer eine innovative Idee für ein neues Produkt bei Amazon hat, muss zuerst eine einseitige Mitteilung dazu verfassen, die erklärt, was das Produkt kann und warum es auf den Markt kommt. Am Konzept der Pressemitteilung schätzt Kleber, dass man sie, einmal geschrieben, mit Kollegen aus aller Welt teilen könne. Darüber hinaus könne man auf Geschriebenem ideal kommunizieren und diskutieren und die Ideen unter Umständen auch erst einmal auf Halde legen. In eigenen Innovationsforen gibt es bei Amazon tatsächlich Leute, die nichts anderes machen als Pressemitteilungen zu lesen, die irgendein anderer geschrieben hat.

Wird die Idee in Schritt eins für gut befunden, versammelt sich ein Team aus Experten, um das Potenzial abzuklopfen. Erst wenn auch diese Runde positiv abgeschlossen wurde, startet Stufe 2: Dann muss der Ideengeber sein Projekt in einer FAQ-Runde verteidigen. Das Besondere daran: Zugelassen sind ausschließlich böse Fragen nach dem Motto, das braucht doch kein Mensch oder das gibt es doch schon 100 Mal.

Hat die Pressemitteilung auch diesen Test bestanden, geht die Idee in die Umsetzungsphase. Dann beginnen die Teams, zu zeichnen, zu malen, Mockups zu machen oder sonstwie zu visualisieren, wie ein Kunde das Produkt eigentlich erlebt. Denn das ist das Wesentliche bei jeder Amazon-Innovation: Sie muss für den Kunden gemacht sein. Um diesen Fokus nicht aus den Augen zu verlieren, wird in Meetings auch gerne mal ein leerer Stuhl an den Tisch gestellt, der den Kunden versinnbildlicht. Man frage sich dann mit Blick auf den Stuhl, ob der Kunde die Lösung loben oder sogar dafür bezahlen würde, erklärt der Deutschland-Chef.

Die Fehlerkultur von Amazon

Ein weiterer wichtiger Faktor, um den Weg zum kundenfreundlichsten Unternehmen der Welt erfolgreich zu absolvieren ist laut Kleber die Möglichkeit, Fehler machen zu dürfen. So titulierte Jeff Bezos sein Unternehmen in seinem jüngsten "Brief an die Aktionäre" wörtlich als "best place to fail". Und Fehler, so bekräftigt auch der Deutschland-Chef, mache Amazon mehr als genug - angefangen vom Amazon-Firephone bis zur Entwicklung des Amazon-Marktplatzes. Auch der habe mit Auctions und zStores zwei Fehlstarts verursacht, bis Amazon verstanden habe, dass nicht der Kunde zum Produkt kommen müsse, sondern das Produkt zum Kunden.

Natürlich, so Kleber, würde sich auch bei Amazon niemand hinstellen und lauthals applaudieren, wenn jemand einen Fehler gemacht habe. Doch das Wichtige sei, an einen Fehler keinen Bestrafungsprozess anzuschließen, sondern eine Kultur zu schaffen, wo Mitarbeiter sich mitteilen können und sich trauen, Fehler zuzugeben. Der stationäre Handel müsse dies erst lernen, weiß der Amazon-Deutschland-Chef aus seiner eigenen Karriere.

Das Erfolgskonzept von Amazon lautet: Wenn man sich ein Ziel gesetzt hat - wie beispielsweise das kundenfreundlichste Unternehmen der Welt zu werden - muss man an diesem Ziel auch sehr stur festhalten. Doch auf dem Weg zum Ziel gelte es, flexibel zu entscheiden, welche Schritte man gehen wolle und großzügig mit Fehlern zu sein.

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