Lesetipp | | von Annette Mattgey

Warum die mobilen Brieftaschen in Deutschland zu bleiben

Mehr als 27 verschiedene Payment-Dienstleister wollen den Deutschen das Bezahlen per Handy schmackhaft machen. Sie sind entweder schon auf dem Markt oder wollen demnächst starten. Dabei ist die Überlegung, mit seinem Mobiltelefon Rechnungen zu begleichen, gar nicht so neu. Schon zu Zeiten des ersten Internet-Hypes um die Jahrtausendwende gab es Start-ups wie Paybox, die sich daran versucht haben. Zu den bekannteren der aktuellen Marken gehören Paypal, aber auch Cashcloud, Yapital und Paij. Mobilfunkunternehmen bieten ebenso Lösungen an (Vodafone Wallet, Eplus Mobile Wallet) wie Kreditinstitute (Masterpass von Mastercard, Fidorpay der Fidorbank). Technisch unterscheiden sich die Verfahren marginal, kompliziert wird es für die Händler, falls sie mehr als eine Zahlungsart anbieten wollen.

Typischerweise wäre das Mobile Bezahlen eine Dienstleistung, die vom Netzwerk-Effekt profitiert, so dass sich ein Oligopol herausbilden müsste wie etwa bei Betriebssystemen, Suchmaschinen oder Büro-Software.

Jochen Siegert, Geschäftsführer des Onlinespiele-Anbieters Bigpoint, sieht die strategischen Fehler unter anderem hier:

1. Fehlende Differenzierung: An sich sind alle Dienste Copycats von Paypal. Neue Ideen, die nicht agekupfert werden könnten, sind dagegen Fehlanzeige.

2. Die Anbieter stehen sich selbst im Weg. Die meisten Händler werden die Konsolidierung abwarten und erst dann mit der Installation beginnen.

3. Keine vertrauenswürdigen Marken: Paypal profitiert von der starken Marke Ebay dahinter, die viele Kunden bereits kannten. Ähnlich könnten es Yapital, Click&Buy und mpass halten, hinter denen Otto, Deutsche Telekom und Telefonica stehen. Nur sieht das leider keiner den Payment-Anbietern an.

Was die Payment-Anbieter weiter schwächt und warum sich die Banken nicht stärker engagieren, schreibt Jochen Siegert ausführlich in seinem Blog-Beitrag bei Mobiforge.

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