Constantin Eis ist seit eineinhalb Jahren bei Casper als Global Managing Director tätig.
Constantin Eis ist seit eineinhalb Jahren bei Casper als Global Managing Director tätig. © Foto:Casper

Interview | | von Manuela Pauker

Warum Casper mehr bietet als Matratzen mit rotem Preisschild

Vor einem Jahr ging das US-Startup Casper in Deutschland an den Start. Und war mit dem Onlinevertrieb von Matratzen sofort erfolgreich: Das Segment avancierte zum hippen Lifestylegeschäft. Allerdings tummeln sich hier auch reichlich Mitbewerber, etwa das Berliner Startup Muun. Wie Constantin Eis, Global Managing Director, darauf reagiert und wie es mit Casper weitergeht, erzählt er im Gespräch mit W&V.

­Herr Eis, Casper hat mittlerweile eine Fülle von ­Nachahmern. Können Sie da noch ruhig schlafen?

Ja, ganz hervorragend. Denn unsere Nachahmer haben überhaupt nicht das Produktverständnis, das wir haben. In San Francisco gibt es 30 Mitarbeiter, die Tag und Nacht nichts anderes machen als Produkte zu designen. Das Team dort hat bereits mehrere Patente. Und wenn man sich noch dazu ansieht, wie viele Preise wir gewinnen, glaube ich, dass wir uns keine Sorgen machen müssen.

Trotzdem: Es wird unübersichtlicher für den Kunden, überall tauchen neue Online-Matratzenhändler auf.

Als wir vor drei Jahren angefangen haben, waren wir allein. Und haben eine klare Alternative zur Offlinewelt geboten. Denn dort ist das Erlebnis einfach nicht so gut. Für den Kauf eines Gegenstands, auf dem man 30 Prozent seines Lebens verbringt, hält man sich zehn Minuten im Geschäft auf.

Aber Sie gehen mit Casper ja auch in die Offlinewelt: Sie haben Ihre Matratzen kürzlich bei den KaDeWe-Häusern in Berlin, München und Hamburg präsentiert.

Die Kooperation mit KaDeWe stellt für uns eine Möglichkeit dar, die Marke in einem sehr angenehmen Umfeld zu präsentieren. Unsere Kunden sind eher urbanere Menschen. Eine Zielgruppe, für die auch das KaDeWe interessant ist.

Aber was ist dort anders als in einem Spezialgeschäft?

Man muss dem Kunden in der Offlinewelt heute mehr bieten als die reine Warenverfügbarkeit. Das lockt niemanden mehr hinter dem Ofen vor.  

Eigene Läden schließen Sie aber weiterhin aus?

Na ja, ich habe es nicht kategorisch ausgeschlossen. Aber zum jetzigen Zeitpunkt wird es keine weiteren eigenen Läden in Deutschland geben. Das muss eine Evolution sein. Wir gehen dorthin, wo der Kunde mit uns interagiert. Und wo wir mehr bieten können als eine Matratze mit Neonlicht und einem roten Preisschild. Das Entscheidende in der heutigen Welt ist es, Online und Offline sehr gut zu verbinden. Und nicht zu versuchen, den Kunden dogmatisch in einen Kanal zu pressen. Man muss flexibel bleiben und gleichzeitig etwas bieten. Idealerweise ein Erlebnis.

Beim Aufbau der Marke Casper waren gerade Social-Media-Kanäle immer sehr wichtig. Soll das so bleiben?

Wir spielen online wie offline. Wir verstehen das auch ganz gut, und mit diesem Mix fühlen wir uns auch wohl. Ich glaube auch, dass man in der Onlinewelt sehr leicht Marken kreieren kann. Man darf aber nicht außer Acht lassen, dass ein Großteil der Industrie nach wie vor in der Offlinewelt angesiedelt ist. Es geht darum, den Kunden anzusprechen und mit ihm in einen Dialog zu kommen.

Lesen Sie das vollständige Interview in der aktuellen W&V Nr. 44/2017. Dort finden Sie auch unsere sechsteilige Serie zum Thema "Marketing im Mittelstand - Marketing goes wild".

Mehr Know-How gefällig? Am 30. November findet in München die Marketing Convention Mittelstand statt.

Warum Casper mehr bietet als Matratzen mit rotem Preisschild

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