Virtual Reality eröffnet neue Shopping-Dimensionen
© Foto:Fast Forward Imaging

Virtual Commerce | | von Yvonne Göpfert

Virtual Reality eröffnet neue Shopping-Dimensionen

In den vergangenen Jahren hat Online-Shopping nicht gerade durch bahnbrechende Innovationen bei der Customer Experience geglänzt. Laut Unternehmensberatung Deloitte werden allein in Deutschland für 2020 Umsätze bis zu eine Milliarde Euro mit Virtual Reality prognostiziert. Virtual Reality und somit auch der Virtual Commerce sind auf dem Vormarsch und werden demnächst ihren Weg in den Massenmarkt finden. Bislang wurde die Technologie vor allem in der Gaming-Industrie eingesetzt. Nun hat die Foto-Agentur Fast Forward Imaging gemeinsam mit Partner-Agenturen eine Möglichkeit entwickelt, Virtual Commerce auch für kleine Online-Händler oder Händler, die noch keinen Online-Shop haben, möglich zu machen. Beispiele sind der Weinladen Weinmichel aus Berlin oder der Concept Store exp 37 aus Düsseldorf.

Für Marken bedeutet VR eine Inszenierung ihrer Produkte nicht mehr allein im schnöden Online-Shop, sondern auf weiß in der Sonne schimmernden Gletschergipfeln, an Südseestränden oder was auch immer der Verkaufsstimmung hilfreich ist. Die Grenzen der Physik muss man bei Virtual-Commerce-Lösungen jedenfalls nicht beachten. Erste Demos von virtuellen Stores für KMUs kann man sich auf ONAIR.SHOP ansehen: Dort wurde zum Beispiel von Weinmichel aus Berlin ein digitaler Zwilling des echten Ladengeschäfts errichtet. In dem virtuellen Ableger können Kunden einen 360°-Panorama-Rundgang durch die Verkaufsräume machen, dabei durch die Regale stöbern und auf Klick auch kaufen.

Virtueller Wein

Weinmichel ist ein liebevoll eingerichteter Weinladen aus Berlin. Bislang hatten die Betreiber noch keinen Online-Shop. Denn der typische Whitewall-E-Commerce wollte ihnen nicht so recht taugen – zu groß ist die Liebe zu ihrem Ladengeschäft. Mit Virtual Commerce eröffnen sich nun neue Möglichkeiten, das Shop-Erlebnis auch ins Internet zu bringen. Weinmichel  hat 15 Produkte digitalisiert: Man bietet seinen Online-Kunden eine Mischung aus Topseller-Weinen, die es nicht überall gibt und besonderen Flaschen ausgewählter Winzer. Damit integriert man ein kleines Stück Storytelling in die virtuelle Welt und bietet den Winzern eine Bühne, sich und die Geschichte ihrer Produkte vorzustellen.

Bei Weinmichel werden die Weinflaschen in der Produkt-Detail-Ansicht in dem Virtual Commerce-Shop klassisch dargestellt. Nur eine einzige Flasche wird in 3D abgebildet, weil das schicke Weinetikett nur dann seine Wirkung entfaltet. Man muss je nach Produkt abwägen, welche Darstellung Sinn macht, erklärt Anna Rojahn. Das müssen nicht immer automatisch 360-Grad-Ansichten sein. Grundlage für die virtuelle Tour sind Aufnahmen des Shops und der Produkte mit der Google-Street-View-  Trusted-Technologie. Damit lassen sich die 360-Grad-Panorama-Touren anlegen. Die Google-Street-View-Technik sorgt übrigens für schnelle Ladenzeiten. Der ONAIR.SHOP lässt sich an die meisten Shop- und Warenwirtschaftssysteme anbinden – allerdings gibt es noch keine Standard-Schnittstellen, es muss daher eine manuelle Anpassung erfolgen.

Virtualisierungskonzepte für den Handel

In Düsseldorf zeigt der Concept Store exp 37 Virtualisierungstechniken, die der Handel heute implementieren kann. So wird zum Beispiel ein virtueller Spiegel gezeigt, der direkt in der Umkleide alternative Farben anzeigen kann und über den der Kunde die Ware direkt bestellen und bezahlen kann.  Eine spezieller Schuh-Spiegel ermöglicht es, die anprobierten Schuhe direkt auf Facebook zu posten, um Freunde zu fragen, wie sie gefallen und ob man sie kaufen soll. Und wenn Virtualisierung schon das Thema von exp 37 ist, sollte der Concept-Store das auch im Web demonstrieren, fanden die Macher. Und haben den Concept Store entsprechend auch virtuell aufgesetzt. Auch wenn man in diesem Shop nicht wirklich kaufen kann – ein Gefühl für das Shopping-Erlebnis von morgen vermittelt er allemal.

In Zukunft wird Virtual Reality sicher eine starke Rolle für Händler spielen: Sie können ihren Laden erst einmal virtuell einrichten und prüfen, welche Optik optimal für den Verkauf ist. Und Marken können ihre Händler beraten, welche Produkte im Shop am besten zusammen aufgestellt werden, um die besten Kaufimpulse auszusenden.

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