L2 | | von Irmela Schwab

US-Forscher attestiert hiesiger Beauty-Branche digitales Armutszeugnis

Note mangelhaft erhält die Beauty-Branche, wenn es darum geht, ihre Produkte online zu verkaufen. Ausgestellt hat das Armutszeugnis der Luxusmarktforscher L2 aus New York. Aber in seinem Bericht 2014 Digital IQ Index - Beauty Germany werden auch Vorzeigebeispiele genannt, wie etwa Clarins, Nivea und Estée Lauder.

Mit dem Fernglas aus den USA betrachtet wirft die allgemeine Tendenz der Schönheitsartikler der Verkaufsmaschine Internet die kalte Schulter zu zeigen, jedoch Fragezeichen auf. Schließlich, so beobachtet die Studie, kaufen Konsumenten in Deutschland von allen europäischen Ländern am liebsten Online ein: 61 Prozent der Deutschen besuchen digitale Shops. Außerdem erfolgt 49 Prozent des Medienkonsums über digitale Geräte - davon entfallen 20 Prozent aufs stationäre und 29 Prozent auf mobile Internet. In Frankreich sind es dagegen zusammen genommen nur 41 Prozent. 

Während andere Branchen die Internet-Affinität der Deutschen branchenübergreifend ausnutzen, ist es der fragmentierten Kosmetikindustrie laut der Studie noch nicht geglückt sich dem Trend anzuschließen. 2012 hat die Branche nur 6,9 Prozent kosmetische Produkte, 5,0 Prozent Hautpflegeprodukte und 3,7 Prozent Parfums via E-Commerce abgesetzt. Nur 44 Prozent der großen Schönheitsprodukt-Hersteller versuchen im Internet einen B-to-C-Sales-Kanal aufzubauen. In den USA sind es dagegen mit 80 Prozent nahezu doppelt so viele.

Eine verpasste Chance für den Sektor - immerhin suchen mit 48 Prozent knapp die Hälfte aller deutschen Konsumentinnen online nach den Schönmachern. Auch mit der Bereitstellung von Informationen auf den Websites können nur wenige Marken dienen. Nur 26 Prozent  veröffentlichen User-Kommentare auf ihren Seiten - demgegenüber stehen Frankreich mit und das Vereinigte Königreich mit jeweils 40 Prozent schon um einiges besser da. In den USA sind es sogar 61 Prozent. Selbst mit Videos, Diagnose-Hilfestellungen und How-to-Tools hinken die hiesigen Beauty-Marken hinterher.

Schleunigst aufholen sollten deutsche Kosmetikartikler auch in Sachen Mobile: Schließlich ist für 2017 eine Smartphone-Durchdringung von 65,5 Prozent in Aussicht gestellt. Bisher haben aber nur 37 Prozent der Brands in der Kategorie eine mobil-optimierte deutschsprachige Website. Davon sind nur 39 Prozent M-Commerce-fähig, weitere 13 Prozent überlassen das Geschäft Dritten. Den gesamten Report gibt es hier.

US-Forscher attestiert hiesiger Beauty-Branche digitales Armutszeugnis

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