Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück
Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück © Foto:W&V

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Spicken erlaubt! Wie Sie Mehrwert fürs eigene Business schaffen

Von der Deal-Seite hat man lange nichts neues mehr gehört. Schnäppchen - so wie Groupon - bieten eben viele an. Nun hat sich der Online-Marktplatz ein neues Business erschlossen und bietet KMU Unterstützung beim digitalen Marketing. Ein Feld, das schon dicht besiedelt ist. Groupons USP ist es daher die Unternehmen nur zur Kasse zu bitten, wenn sich der Erfolg einstellt. Gerade für kleine Unternehmen ist das eine immense Erleichterung. Der Grund, warum viele Kleinstfirmen sich beim digitalen Marketing noch immer zurückhalten, ist schließlich die nur schwer vorhersagbare Werbeeffizienz, wie Groupon untersucht hat.

Einen ähnlichen Weg geht Airbnb, um sich zurück ins Gespräch zu bringen. Zimmervermietung, schön und gut - doch der Markt ist endlich. Irgendwann ist auch das letzte kleine Privatzimmer erschlossen, und die knapp zehn Jahre alte Plattform könnte dann an Glamour verlieren. Die Lösung: Airbnb macht nun auch in Tischreservierungen bei Restaurants. 

Aus diesen kleinen feinen Schachzügen lässt sich für etablierte Unternehmen eines lernen: Sie sollten sich nicht wie bisher auf das angestammte Geschäftsmodell zu stützen, sondern dagegen anfangen mit ihrem Business zu spielen. Was könnte noch dazu passen? Welche Bereiche können den Fokus - so auch Airbnbs Kalkül - wieder zurück aufs Kerngeschäft lenken?

Vorbildlich geht diese Kür auch US-Elektronikkette Best Buy an. Um herauszufinden, was seine Kunden wirklich wollen und diese Bedürfnisse auch tatsächlich zu bedienen, hat der Händler den Bereich Connected Living ausgemacht. Dazu führt Best Buy in seinen gut 1.000 Läden Smart-Home-Produkte ein und eröffnet noch dazu eigene Smart-Home-Shops.

Mit dem Service Assured Living macht er es jüngeren Generationen möglich nach ihren Eltern zu sehen, quasi rund um die Uhr. Viele der älteren Menschen möchten heute zuhause leben anstatt in ein Pflegeheim zu gehen. Das erfordert Produkte, die es den Konsumenten erlauben sich im eigenen Heim auch entsprechend einzurichten. Ein Rundum-die-Uhr-Service soll die Konsumenten sogar zuhause betreuen - selbst wenn das Produkt, um das es jeweils geht, ursprünglich gar nicht bei Best Buy erworben wurde. 

Nach diesem Schema sollten KMU vorgehen, um ihr Geschäftsfeld zu erweitern - ganz im Sinne der digitalen Transformation. Nicht immer muss es dabei um die bahnbrechende Innovation gehen. Zuweilen - wie diese aktuellen Beispiele zeigen - geht es auch mit einfachen Services und Produkterweiterungen, die zur Marke passen und Mehrwert schaffen. Inspirationen kann man sich dabei aus anderen Branchen holen: Spicken ist dabei ganz ausdrücklich erlaubt! 

Spicken erlaubt! Wie Sie Mehrwert fürs eigene Business schaffen

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!