Vieles wird virtuell ablaufen - was Erlebnisse in der echten Welt umso wichtiger macht: Eines der Ergebnisse der QVC-Studie zur Zukunft des Handels.
Vieles wird virtuell ablaufen - was Erlebnisse in der echten Welt umso wichtiger macht: Eines der Ergebnisse der QVC-Studie zur Zukunft des Handels. © Foto: QVC Zukunftsstudie Handel 2036

QVC untersucht Konsumwandel | | von Susanne Herrmann

So shoppen wir 2036

Wie werden wir in 20 Jahren einkaufen? Das fragt Onlinehändler QVC in der Zukunftsstudie Handel 2036. Dazu gehören natürlich Einflüsse von Digitalisierung, Ressourcenknappheit und gesellschaftlichem Wandel auf das Kaufverhalten. Befragt wurden vom Trendbüro Hamburg und TNS Infratest zehn Experten aus Handel, IT und Wissenschaft (alle Namen ganz unten), außerdem Konsumenten aus der Generation X, Y und Z zu ihren Wünschen und Ideen für eine Shoppingwelt der Zukunft.

Ein beruhigendes Ergebnis vorweg: Nach wie vor wird sich 2036 alles um den Menschen drehen, all die technischen Möglichkeiten die menschliche Nähe nicht verdrängen. "Shopping wird zukünftig geprägt sein von spielerischen Elementen und digitalen Assistenten, die heute bereits beginnen unseren Alltag zu erobern", sagt der Hamburger Trendforscher und Studienleiter Prof. Peter Wippermann. "Je stärker wir in virtuelle Welten eintauchen, desto wichtiger wird menschliche Nähe." Die soziale Komponente bleibt also.

Gemeinsam shoppen, aber virtuell

Für mehr als jeden dritten Deutschen, so die Zukunftsstudie, sei das gemeinsame Erlebnis (35 Prozent) schon jetzt ein (sehr) wichtiges Element beim Shoppen. Der Handel wird die Lust am Sozialen in Zukunft noch stärker bedienen. Dank neuer technischer Möglichkeiten müssen Freunde und Familie 2036 jedoch nicht mehr zwangsläufig live dabei sein. Jeder fünfte Deutsche (19 Prozent) kann sich (sehr) gut vorstellen, künftig "gemeinsam im Online-Chat oder in der virtuellen Realität shoppen zu gehen".

Ob "etwas online oder in der realen Welt passiert, macht in der Zukunft kaum noch einen Unterschied", urteilen 43 Prozent der Deutschen. Bei den 16- bis 30-Jährigen aus der Generation Y sagt dies sogar jeder Zweite und in der Generation X stimmen immerhin 33 Prozent zu.

Die soziale Komponente beim Shoppen bleibt uns auch 2036. (Zukunftsstudie QVC)

Die soziale Komponente beim Shoppen bleibt uns auch 2036. (Zukunftsstudie QVC)

Handel profitiert vom Zauber der realen Welt

Doch der Wunsch nach echten Erfahrungen wächst. Über alle zwei Generationen hinweg sagt die Mehrheit (77 Prozent): "Gerade weil so viel in Zukunft virtuell abläuft, werden Erlebnisse in der realen Welt umso wertvoller." Stationäre Händler und Shopping-Center, die das Verzaubern der Realität beherrschen, könnten davon profitieren. "Beim Shopping 2036 sind Erlebniswelten gefragt, die den Konsumenten sinnliche Erfahrungen bieten", erklärt Mathias Bork, CEO von QVC Deutschland. "Jüngere Konsumenten sehen das Einkaufen als Pflichtprogramm. Shopping hingegen soll die Seele berühren. Beides trennt sich immer stärker."

Der Reiz der Virtual Reality

"Die echte Welt wird immer besser sein als digitale Erlebnisse", sagt mehr als jeder zweite Befragte der Zukunftsstudie. Auf junge Konsumenten übt Virtual Reality dennoch einen großen Reiz aus: Jeder vierte Vertreter der Generation Y kann sich (sehr) gut vorstellen, "virtuelle Einkaufswelten, die mittels Brille betreten werden" zu nutzen.

Technischer Fortschritt wird ohnehin für das Einkaufen der Zukunft eine große Rolle spielen. Etwa die Beratung durch Roboter statt Verkäufer: Rund jeder Vierte hätte nichts dagegen einzuwenden, in Zukunft Beratung durch Computer, Avatare, Holografien oder Roboter zu nutzen.

Virtual Reality ist schick. (Zukunftssudie QVC)

Virtual Reality ist schick. (Zukunftssudie QVC)

Dafür legt der Kunde gern mal öfter Hand an - und will dabei sparen. Für 59 Prozent der Deutschen ist völlig klar, dass der Gang zur Self-Scanning Kasse belohnt wird: "In Zukunft kaufe ich billiger, wenn ich 'mithelfe'".

Alles nach Maß

Drei Viertel aller Befragten wünschen sich Produkte, die genau ihren Bedürfnissen entsprechen. Dass diese zukünftig direkt im Laden speziell produziert werden, können sich 31 Prozent der Deutschen (sehr) gut vorstellen. Die passenden 3D-Drucker gibt es bereits.

An Bedeutung verlieren werden heutige Statussymbole. 2036 bedeutet Erleben mehr als Besitz. 63 Prozent der Befragten stimmen der Aussage zu, dass "zukünftig der als cool gilt, der nicht alles haben muss". Qualität statt Quantität ist gefragt, Produkte mit Langlebigkeit werden überzeugen.

Teilen statt besitzen

Sharing und Leasing werden zunehmen, ebenso Flatrates und Abo-Modelle – im Tausch gegen persönliche Informationen. 38 Prozent der Deutschen sind bereit, ihre Daten herauszugeben, wenn sie im Gegenzug "billigere Angebote für oft genutzte Produkte und Dienste" erhalten. Männer zeigen sich dabei mit 46 Prozent "freigiebiger" als Frauen (30 Prozent Zustimmung).

In ist, wer nicht alles haben muss. (Zukunftsstudie QVC)

In ist, wer nicht alles haben muss. (Zukunftsstudie QVC)

Schränke füllen sich selbst

Während "Shopping" Spaß machen und entspannen soll, wird "Einkaufen" ja gern als lästige Alltagspflicht empfunden. Die könnten einem heimische Geräte und Möbel in Zukunft erleichtern. Jeder Dritte Befragte kann sich (sehr) gut vorstellen, "automatische Bestellungen zu nutzen, wenn ein Produkt zu Hause ausgeht". 42 Prozent schwebt für die Zukunft "ein digitaler Assistent vor, der automatisch die günstigsten Angebote zusammenstellt". Und für 41 Prozent verschmilzt Shopping 2036 organisch mit dem Tagesablauf: "In Zukunft passiert Shopping nebenher im Alltag, zum Beispiel beim Blick in den Schrank per Sprachkommando."

Automatisches Bestellen könnte den Alltag erleichtern. (Zukunftsstudie QVC)

Automatisches Bestellen könnte den Alltag erleichtern. (Zukunftsstudie QVC)

Befragt wurden (in zwei Konsumentenworkshops sowie Online) gut 1000 repräsentativ ausgewählte Verbraucher. Infos zur Studie gibt es hier.

Die Expertenrunde der Zukunftsstudie Handel 2036:
Prof. Dr. Norbert Bolz (Medienphilosoph), Mathias Bork (CEO QVC Deutschland), David Bosshart (CEO des Gottlieb Duttweiler Instituts in Zürich), Kirsten Brodde (Blog-Gründerin und Autorin), Robert Heinemann (Senior Director Center Management der ECE Projektmanagement), Jürgen Müller (Gründer der Personalberatung Suits), Michael Schuster (Partner und Gründer von Speed Invest), Anne Schüller (Managementdenkerin, Business-Coach und Bestsellerautorin), Prof. Peter Wippermann (Trendforscher, Berater, Autor), Gerd Wolfram (Gründer von IoT Innovation & Consult), Alexander Taro Zerdick (Director Sales Google)

So shoppen wir 2036

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