Trends | | von Annette Mattgey

So persönlich wie ein Brief: Die Zukunft des E-Mail-Marketing

Am Sonntag feierte die Kommunikationsform E-Mail ihren 30. Geburtstag. Angesichts sozialer Netzwerke und Messenger Apps sehen einige die E-Mail bereits auf dem absteigenden Ast. Als Mittel der Pressearbeit überschwemmt sie ganze Redaktionsserver. Den nervigsten Absendern möchte man gerne mal seine Meinung sagen (so wie es hier meine W&V-Kollegin Franziska Mozart getan hat). LEAD digital fragt dagegen, wie in Zukunft das E-Mail-Marketing funktioniert. Welche Rolle spielt Big Data?

Dazu hat Nikolaus von Graeve, Geschäftsführer von Rabbit E-Marketing, sechs Thesen formuliert:

1. Individuell wie nie zuvor: 

E-Mails werden in der Zukunft vollautomatisiert, für jeden Empfänger mit individuellem Content und einem individuellen Versandzeitpunkt, ausgelöst.

Möglich macht dies die Konsolidierung und Zusammenführung der in CRM- und weiteren Systemen vorhandenen Steuerungs- und Contentdaten. Leistungsfähige Tools generieren aus ihnen hoch personalisierte E-Mails mit einer Auflagenhöhe von 1, die passend zu einem entsprechenden Trigger – etwa einem Warenkorbabbruch – ausgelöst werden.

2. Sammelbecken für Informationen:  

Die E-Mail wird der erste vollständige One-to-One-Kanal sein – viele weitere Kanäle werden diesem Beispiel folgen.

Bereits heute nutzen E-Mail-Marketing-Verantwortliche die ihnen zur Verfügung stehenden Daten, um ihre Kunden möglichst spezifisch anzusprechen. Dieser Vorsprung wird weiter ausgebaut, die bereits heute erzielten und zukünftigen Erfolge geben dieser Entwicklung recht. In der Folge ziehen weitere Kanäle nach, von denen viele individualisierten Content aus dem E-Mail-Marketing-Bereich übernehmen werden.

3. Der optimale Partner für CRM:

Die E-Mail wird der wichtigste Kanal, um CRM-Daten individuell zu nutzen.

Es existieren bereits zahlreiche Beispiele für hoch individualisierte E-Mailings. Die dazu nötigen persönlichen Daten eines jeden Empfängers liefert unter anderem das CRM-System. Mit der Einführung neuer Tools, die nach und nach am Markt verfügbar sind, wird die Integration von CRM-Daten in E-Mails noch einfacher und der Kanal damit noch effektiver.

4. Zeitlich flexibel:  

Zukünftig werden Inhalte in E-Mails nicht nur individuell sein, sondern auch dynamisch nachgeladen.

Dynamischer Content lässt sich inzwischen auch in E-Mails integrieren. Ein Beispiel sind Countdowns, die in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der Öffnung einer E-Mail ablaufen und Dringlichkeit erzeugen. Es ist jedoch auch denkbar, Preise in E-Mails dynamisch anzuzeigen – etwa in Abhängigkeit von der Tageszeit, dem Kundenstatus etc.

5. Nur für den Empfänger interessant:  

Die E-Mail wird in der individuellen Aufmerksamkeit weiter steigen, da sich Ihre Inhalte um den individuellen Empfänger drehen.

Auf dem Weg zu einem echten One-to-One-Dialog via E-Mail werden deren Inhalte immer stärker auf die Interessen und Bedürfnisse des jeweiligen Empfängers bezogen. Die daraus resultierende persönliche Relevanz sorgt für ein erhebliches Plus an Aufmerksamkeit zugunsten der E-Mail.

6.  Aktivierungsfunktion: 

Die E-Mail wird in der individuellen Aufmerksamkeit weiter steigen, da die Inhalte vom Empfänger aktiv angefragt werden.

Je individueller und persönlicher Inhalte ausgesteuert werden, umso wahrscheinlicher wird es, dass Empfänger bei Absendern mit bekannt guter Reputation verstärkt Inhalte aktiv anfragen, für die sie sich interessieren.

So persönlich wie ein Brief: Die Zukunft des E-Mail-Marketing

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