So gut verkaufen sich Markenhersteller online
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Direktvertrieb | | von Yvonne Göpfert

So gut verkaufen sich Markenhersteller online

Hersteller und Händler - ein schwieriges Verhältnis seit Hersteller auch direkt übers Internet verkaufen – ohne Zwischenstopp über den Händler. Erst letzte Woche krachte es bei einer Automobil-Marke: Denn Peugeot selbst lancierte via Sixt ein Leasingangebot und die Marke liefert die Fahrzeuge im Rahmen eines befristeten Direktgeschäfts. Für Verbraucher war es so attraktiv, dass viele Händler um ihr Geschäft fürchteten.

Wie verbreitet der Eigenvertrieb über das Internet ist, zeigt eine Studie der Social-Commerce-Gruppe Pepper.com. Die beliebtesten Hersteller-Markenshops im ersten Quartal 2017 kamen von Herstellern von Mode und Elektronik: 80 der Top-200-Markenshops handelten mit Mode, 49 mit Elektronik. Die 22 Markenshops aus dem Bereich Haus und Garten von Anbietern wie Miele, Bosch oder Vorwerk folgten mit großem Abstand auf Rang drei.

Noch deutlicher fällt der Blick auf die Top-50 der reichweitenstärksten Markenshops aus: Hier fanden sich im ersten Quartal 25 Elektronik- und 18 Mode-Shops während Hersteller von Produkten aus den Bereichen Haus und Garten sowie Kosmetik (jeweils zwei Shops) und Lebensmittel, Sport und Spielzeug (jeweils ein Shop) in der Unterzahl waren.

Mode und Elektronikhersteller haben oft eigenen Markenshop

Entsprechend hatten Mode- und Elektronikhersteller im ersten Quartal auch den größten Anteil an den 298,84 Millionen Shop-Besuchen. Gut 64 Prozent aller Besuche (192,63 Millionen Visits) entfielen auf Markenshops von Elektronikherstellern, 36 Prozent alleine auf die beiden Erstplatzierten Samsung (65,51 Millionen Visits) und Apple (43,3 Millionen Visits). Ihr Abstand auf den Drittplatzierten Asos (10,21 Millionen Visits) betrug 33,09 Millionen Visits.

Auf die Markenshops von Modeherstellern kamen 25,22 Prozent (75,38 Millionen Visits) aller Besuche. Damit lagen sie noch vor Herstellern aus den Bereichen Haus und Garten (Rang 3, 10,55 Millionen Visits, 3,53 Prozent) und Kosmetik (Rang 4, 5,71 Millionen Visits, 1,91 Prozent) auf dem zweiten Platz.

Zwischen drei und gut fünf Millionen Besuche aus Deutschland konnten Hersteller von Schmuck und Accessoires (Rang 5 mit 5,24 Millionen Visits), Spielzeug (Rang 6 mit 4,07 Millionen Visits) und Lebensmitteln (Rang 7 mit 3,07 Millionen Visits) im ersten Quartal für sich verbuchen. Sie lagen damit alle um die ein bis 1,5 Prozent.

Swarovski (Rang 52 mit 825.755 Visits), Lego (Rang 17 mit 3,5 Millionen Visits) und Milka (Rang 49 mit 886.141 Visits) setzten in ihrem Bereich jeweils am erfolgreichsten auf den Eigenvertrieb. Noch kaum verbreitet ist der Direktvertrieb hingegen in den Warengruppen Sport (2,33 Millionen Visits, 0,78 Prozent), Bücher (415.055 Visits, 0,14 Prozent) und Tierbedarf (13.049 Visits, 0,004 Prozent).

Das Interesse an Markenshops im Bereich Kosmetik und Haus und Garten wächst

Wie schnell die Nachfrage nach einzelnen Warengruppen wächst, macht ein Vergleich mit dem ersten Quartal 2016 deutlich: Er zeigt, dass hierzulande nicht etwa das Interesse an Elektronik oder Mode zunimmt, sondern andere Produkte vermehrt online nachgefragt werden: Hersteller von Kosmetik durften sich über ein Nachfrageplus von 10,49 Prozent (541.868 Visits) freuen. Produzenten von Sportartikeln legten um 5,18 Prozent (114.717 Visits) zu. Und Hersteller von Produkten für Haus und Garten konnten im Vergleich zum Vorjahr immerhin noch 3,59 Prozent (365.296) mehr Besuche ihrer eigenen Online-Shops für sich verbuchen.

In punkto Wachstum haben es Mode- und Elektronik-Hersteller jedoch schwerer: Der Markt ist inzwischen recht gesättigt, dass sich die Nachfrage hier rückwärts entwickelt: Im Vergleich zum ersten Quartal 2016 mussten Hersteller von Mode und Elektronik ein Nachfrageminus von 7,39 Prozent (6,01 Millionen Visits) beziehungsweise sogar 16,6 Prozent (38,34 Millionen Visits) verkraften.

Noch schlimmer traf es auf den ersten Blick Hersteller von Spielzeug (-18,14 Prozent, -901.972 Visits), Büchern (-19,57 Prozent, -100.976 Visits) und Tierbedarf (-41,69 Prozent, -9.332 Visits). Die Datenbasis ist in diesen Bereichen allerdings vergleichsweise gering. Während der Eigenvertrieb unter Mode- und Elektronikherstellern zum guten Ton gehört, setzen die meisten Verlage sowie Hersteller von Tierbedarf und Spielzeug noch auf klassische Vertriebswege und überlassen Händlern den Verkauf ihrer Waren an Endkunden.
 

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