So fett sind Deutschlands Warenkörbe
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Digitas LBi | | von Annette Mattgey

So fett sind Deutschlands Warenkörbe

Für Reisen geben die Deutschen pro Bestellung das meiste aus - mehr als 560 Euro. Auch bei Haushaltsartikeln und technischen Produkten sind sie großzügig. Sparsamer sind sie dagegen bei Unterhaltungsprodukten wie CDs und Blurays.

Damit liegen die deutschen Online-Shops im europäischen Mittelfeld. Südeuropa liegt mit Spanien und Italien deutlich darunter, während Skandinavien mit Dänemark und Schweden signifikant mehr Geld pro Online-Einkauf ausgeben.

Zu diesen Ergebnissen kommt die Full-Service-Digitalagentur Digitas LBi anhand der internationalen Studie "Connected Commerce", für die das Marktforschungsinstitut IFOP die Einkaufswerte und Warenkörbe der Verbraucher in acht Branchen repräsentativ in 15 Ländern untersucht hat.

"Der deutsche Online-Handel befindet sich in Europa derzeit in einer guten Position. Gemessen an unserem starken Wirtschaftsmotor erfreuen wir uns an gesunden Warenkörben, die deutlich höher als bei den südeuropäischen Nachbarn beziffert sind. Blicken wir auf den digitalen und technischen Vorsprung sowie das höhere Einkommensniveau in Skandinavien, haben wir trotz des erneut gestiegenen Umsatzniveaus noch viel aufzuholen", sagt Kaan Karaca, CTO von DigitasLBi in Deutschland und der Schweiz.

Das sind die Hausaufgaben für Deutschlands Händler

Karaca empfiehlt daher: "Deutsche Online-Händler sollten noch stärker in ihre digitale Infrastruktur investieren, so dass sie ihren Endkunden personalisierte Einkaufserlebnisse dank einer validen Datenbasis garantieren können. Dort wo sich die Kunden gut aufgehoben fühlen, lassen sich die Einkaufswerte naturgemäß steigern. Wer seine CRM- und Business-Intelligence-Systeme obendrein mit der Aussteuerung von Online-Werbemaßnahmen sinnvoll und datenschutzkonform verknüpfen kann, wird weitere Folgeaufträge und ein Umsatzplus erzielen können."

So schneiden die Branchen ab

Über die mit Abstand größten Warenkörbe dürfen sich Online-Shopbetreiber aus der Kategorie Reise und Freizeit freuen. Egal ob Bahn- und Flugtickets, das Ferienhaus oder der Pauschalurlaub: Die Deutschen buchen Reiseangebote zu durchschnittlich rund 564 Euro pro Bestellvorgang. Damit liegen sie zusammen mit den Briten (538 Euro) deutlich über dem mitteleuropäischen Durchschnitt. Die geringsten Investitionen pro Einkauf werden in den Niederlanden (385 Euro), Spanien (343 Euro) und Italien (325 Euro) getätigt.

An zweiter Stelle folgen Haushaltsartikel, Elektrogeräte und Möbel bei den Deutschen. Pro Online-Einkauf werden hierzulande Waren im Wert von rund 175 Euro bestellt. Damit liegen die deutschen Käufer gleichauf mit den Niederlanden (171 Euro), aber deutlich vor Spanien (111 Euro) und Italien (107 Euro). Als Spitzenreiter in dieser Kategorie zahlen die Franzosen rund 224 Euro pro Online-Einkauf, gefolgt von den Schweden (184 Euro) und Dänen (177 Euro).

Bei Technologieprodukten geben die Deutschen je Online-Einkauf ebenfalls rund 175 Euro aus. Zwar liegen die Spanier (134 Euro) und die Italiener (128 Euro) noch unter dem mitteleuropäischen Durchschnitt, jedoch zeigen Briten (184 Euro), Franzosen (208 Euro), Schweden (215 Euro) und Dänen (229 Euro) deutlich mehr Bereitschaft, Technologieprodukte im Internet zu einem höheren Einkaufswert zu bestellen.

Im Bereich der Heimwerkerartikel liegen die deutschen Warenkörbe (78 Euro) auf einem vergleichbaren Niveau wie Belgien (75 Euro), den Niederlanden (70 Euro), Spanien (79 Euro) und Italien (67 Euro). So stechen Dänemark (164 Euro) und Schweden (345 Euro) pro Online-Einkauf bei Heimwerkerprodukten hervor.

Für Produkte aus der Fashion- und Modeindustrie zahlen die Deutschen rund 77 Euro durchschnittlich pro getätigten Einkauf. Damit liegen sie leicht höher als der internationale Durchschnitt mit 71 Euro. Nur die Spanier bestellen zu deutlich geringen Einkaufswerten (56 Euro), während die Warenkörbe in Dänemark um rund 17 Prozent im Vergleich zum mitteleuropäischen Durchschnitts größer sind.

Sobald die Deutschen ihre Lebensmittel über das Internet bestellen, geben sie im Durchschnitt rund 61 Euro pro Bestellung aus. Im internationalen Vergleich liegen die Deutschen im Mittelfeld mit Italien (58 Euro) und Dänemark (64 Euro). Für deutlich größere Summen kaufen die Verbraucher in Schweden (100 Euro) ein. Nur in den Niederlanden werden Online-Käufe von Lebensmitteln zu wesentlich geringeren Einkaufswerten getätigt (39 Euro).

Weitaus weniger Geld investieren die Deutschen in den Einkauf von Gesundheits-, Wellness- und Pflegeprodukten (39 Euro). Damit liegen sie zwar Kopf an Kopf mit den Briten, jedoch deutlich unter dem internationalen Durchschnitt mit 49 Euro und weit abgeschlagen hinter den Bestellwerten von Gesundheitsprodukten in Dänemark (72 Euro).

In der Kategorie Kultur und Unterhaltung geben die Deutschen nur 25 Euro pro Bestellvorgang aus. Für Bücher, CDs, DVDs, Blurays und Videospiele investieren die europäischen Nachbarn hingegen in der Regel rund 33 Euro je Bestellung. Erneut liegen hier die dänischen Verbraucher an der Spitze (49 Euro).

Die Warenkörbe ausgesuchter Länder und Branchen. Die Prozentangaben zeigen die Abweichungen vom Durchschnitt aller untersuchten Länder je Branche:

 

Methodischer Hintergrund

Die Studie wurde zum fünften Mal in Folge in den 15 Ländern Australien, Belgien, China, Dänemark, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Indien, Italien, Niederlande, Singapur, Spanien, Schweden und USA durchgeführt. Die Ergebnisse wurden durch das Meinungs- und Marktforschungsinstitut IFOP mit einer Stichprobengröße von über 1.000 Internetnutzern pro Land im Alter von 18 bis 64 Jahren repräsentativ ermittelt. Für die internationalen Vergleiche der Einkaufswerte wurden die jeweiligen Angaben in Euro über die zum Befragungszeitpunkt gültigen Umrechnungskurse von Britischen Pfund, Dänischen Kronen und Schwedischen Kronen berechnet.

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