Payment | | von Annette Mattgey

Schwarz auf weiß: Deutsche kaufen am liebsten auf Rechnung

Der Kauf auf Rechnung bleibt klar führendes Zahlungsmittel im Online-Handel. An zweiter und dritter Stelle der Beliebtheitsskala rangieren Paypal und Lastschrift. Die Marktanteile der Zweit- und Drittplatzierten sind zwar im Steigen, wenn auch aus sehr unterschiedlichen Gründen. Paypal verdankt sein Wachstum der starken Zunahme von Akzeptanzstellen verbunden mit einer gleichzeitigen Erhöhung der Umsatzanteile. Das Lastschrift-Verfahren legt aus Marktstrukturgründen zu. Mit steigendem Marktanteil von Amazon.de, das geschätzt 85 Prozent seines Umsatzes mit dem elektronsichen Lastschrifteinzugsverfahren generiert, steigt der Anteil der Lastschrift. Das Kölner EHI Retail Institute hat die Zahlungsvorlieben der Deutschen im Online-Handel in der "EHI Online-Payment-Studie 2014" zusammengestellt.

Der Kauf auf Rechnung ist mit einem Anteil von einem Viertel (25,4 Prozent) im Vergleich zum Vorjahr stabil geblieben und deutlicher Marktführer. Der Kreditkartenanteil ist von 17,9 Prozent auf 14,8 Prozent gefallen. Klar aufgeholt hat Paypal mit einem Anteil von 19,9 Prozent (Vorjahr: 16,1 Prozent). Die Lastschrift ist von 18,8 Prozent auf 19,3 Prozent gestiegen. Weitere relevante Marktanteile wurden für Vorauskasse, Finanzierung, Nachnahme und Sofortüberweisung ermittelt. Neu mit geringen Anteilen unter einem Prozent sind Zahlung bei Abholung und Bezahlen mit Amazon dazu gekommen.

Vor allem kleinere Online-Shops bieten ihren Kunden immer häufiger den Kauf auf Rechnung an und bedienen sich dabei eines Rechnungskaufanbieters mit Marke (z.B. BillSAFE, Klarna, Billpay, Paymorrow, Sofortrechnung), der gegen Gebühren den gesamten Prozess übernimmt.

Bei Express-Checkout-Systemen (z.B. Paypal, Bezahlen mit Amazon) stieg die Anzahl der Akzeptanzstellen. V.me und Masterpass wollen hingegen nur 14,8 Prozent der befragten Händler einsetzen. Das meistangebotene Express-Checkout-System bleibt weiterhin Paypal.

Händler halten Handy-Payments auch für betrugssicher

Die Weisungen des European Forum on the Security of Retail Payments verlangen von den nationalen Prüfanstalten, für Deutschland die BaFin, die Zahlungssysteme auf Betrugsmöglichkeiten zu prüfen. Fast alle Händler äußerten in der Befragung, dass sie Software-basierte Authentifizierungsmöglichkeiten für praxistauglich halten. Zwei Drittel sehen dies auch bei Handy-basierten Möglichkeiten. Hardware- und Biometrie-basierte Verfahren beurteilen sie in der Mehrzahl als nicht praxistauglich.

Kein Bedarf an Mobile Payments

Ob die Deutschen überhaupt Interesse an mobilen Zahlungssystemen haben, fragte das Hamburger Magazin Stern. Nur 21 Prozent der Deutschen wollen irgendwann bargeldlos mit dem Handy einkaufen, für 78 Prozent dagegen kommt das nach einer Forsa-Umfrage im Auftrag des Stern nicht infrage.
 Vor allem 88 Prozent der befragten Frauen lehnen diese Form der Bezahlung ab, auch 91 Prozent der über 60-Jährigen können sich nicht vorstellen, jemals ein Handy als Zahlungsmittel zu nutzen. 42 Prozent der jüngeren Befragten und 30 Prozent der Männer finden es dagegen keinesfalls problematisch, die Kosten ihrer Einkäufe mit Smartphones zu begleichen.

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