Location Based Services | | von Anja Janotta

Revolution: Das Internet stärkt den Einzelhandel

Vonwegen Kannibalisierung: Denn statt sich im Laden beraten zu lassen und dann online zu shoppen, sucht die Mehrheit der Verbraucher gezielt Informationen im Netz, um anschließend beim stationären Händler zu kaufen. Vor allem standortbezogene Dienste (Location-based Services, LBS) könnten das Einkaufsverhalten von Konsumenten beeinflussen und lokale Händler stärken. Das zumindest legt eine Studie des Portals Kaufda, des Handelsverbands Deutschland HDE und der Hochschule Niederrhein nahe.

Das Potenzial, um erfolgreiche Location Based Services anzubieten ist da, denn die Nutzung von Smartphones und Tablets nimmt immer noch zu - von 44 Prozent in 2013 auf 69 Prozent im Jahr 2014, so die Studie. Nahezu alle unter 30-Jährigen besäßen aktuell ein Smartphone (94 Prozent). Zwei Drittel benutzen ein Smartphone dort, wo Produkte verkauft werden, also am Point of Sale. Demgegenüber werden Tablet-PCs (90 Prozent) ebenso wie PCs und Laptops (98 Prozent) zur Informationssuche überwiegend zu Hause genutzt.

Für LBS wichtig: Smartphone- bzw. Tablet-PC-User nutzen zu 81 Prozent eine App, die ihren aktuellen Standort verwendet. Mehr als die Hälfte der Befragten (ungewichtet 56 Prozent ) nutzen Apps, um Informationen über Preis- und Warenangebote von bestimmten Händlern in der Nähe anzuzeigen. Im Laden selbst erwarten 240 Prozent mehr Kunden als im Vorjahr, vor Ort ihr Smartphone zur Informationssuche nutzen zu können.

Das Internet bildet eine bedeutende Zubringerfunktion, so die Studienautoren. Während im Jahr 2013 noch die meisten Befragten (35 Prozent) angaben, über den Laptop/PC nach Informationen zu suchen, um dann auch online zu kaufen, zeige sich 2014 eine überraschende Veränderung: Auf Platz eins liege mit 39 Prozent die Online-Recherche mit anschließendem Kauf im Geschäft. Die Nutzung von Smartphones und/oder Tablet-PCs als Informationsmedium vor dem Kauf in einem Geschäft sei im Vergleich zum Vorjahr um 150 Prozent gestiegen. 

LBS käme dabei eine bedeutende Rolle zu, vorausgesetzt, die Läden erfüllen die Erwartungshaltung der Kunden, die mit zunehmender Smartphone-Nutzung steigt. So erwarteten Konsumenten von LBS mit 82 Prozent in erster Linie Informationen über Ladenöffnungszeiten. Knapp dahinter liege mit 78 Prozent  bereits die Verfügbarkeitsabfrage. An dritter Stelle folge der Lieferservice mit 67 Prozent.

"Das mobile Internet wird im Handel der Zukunft eine herausragende Rolle spielen", hofft Stephan Tromp, stellvertretender Hauptgeschäftsführer vom Handelsverband Deutschland (HDE). "Eine enorm wachsende Zahl an Kunden erwartet, auf dem Smartphone Informationen über ihre stationären Händler abrufen und den Besuch von Geschäften damit vorbereiten zu können."

"Derzeit ist im Handel wie in kaum einem anderen Wirtschaftssektor eine extreme Dynamik zu beobachten, die zu enormen Veränderungen der Handelsstrukturen führt",  erläutert auch Gerrit Heinemann , der wissenschaftliche Leiter der Studie. "Die Studie macht deutlich, dass vor allem die Smartphone-Nutzung und standortbezogene Dienste enorme Chancen für den stationären Handel mit sich bringen."

Für die bundesweit repräsentative Untersuchung hat das Marktforschungsunternehmen Innofact in einer zweistufigen Untersuchung insgesamt 2016 Personen ab 14 Jahren befragt.

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