Wochenrückblick | | von Frederik Birghan

Raub der virtuellen Coins und mobile Erfolgsstrategien

Erst war viel Phantasie um die virtuellen Währungen wie Bitcoin. Nach den Raubzügen der Panzerknacker 2.0 bei Mt. Box und Flexion ist der Katzenjammer groß: Wo ist die Kohle? Wie immer in solchen Fällen ist das Geld nicht weg – es ist nur in anderen Händen. In welchen und wo, ist allerdings noch offen. Für die Sache virtuelle Zahlungseinheit dürften die Überfälle jedenfalls ein herber Rückschlag sein. Aufsichtsgremien wie die Bafin werden künftig noch genauer hinschauen, wenn solche Zahlungsmittel ausgelobt werden. 

Hunderttausende Nutzer von Twitter sollen von einem technischen Fehler bei Twitter betroffen gewesen sein, durch den ihre Passwörter zurückgesetzt werden mussten. War Aufreger in fast allen Medien. Gehässige Frage: Welcher Prozentsatz an Betroffenen hat es gemerkt? Und wann?

Das digitale Europa ist offenbar in Teilen traumatisiert von den Schnüffeleien durch CIA, NSA & GCHQ und projeziert ihre Abwehr auf die großen US-Firmen wie Google, Facebook & Co. Facebook übernimmt Whatsapp? Alternativen wie Threema erfahren plötzlich gewaltigen Zulauf. So erging es auch dem französischen Suchportal Qwant als Alternative zu Google: Große Aufmerksamkeit und wohl etliche Test-Besucher auf einer netten, weil anderen Suchsicht. Die LEAD-digital-Redaktion war mehrheitlich durchaus angetan.

Angetan waren Anhänger einer konsequenten digitalen Strategie durch die Veröffentlichung von Geschäftszahlen gleich dreier Unternehmen: Erst meldete der Guardian eine Steigerung der digitalen Erlöse, und ein Deal im Online-Bereich sichert den Bestand "für die nächsten Generationen". Dann veröffentlichte der Medienkonzern Axel Springer Zahlen und siehe da: Der Umbau zum Digitalen kostet zwar Geld, bringt aber auch zunehmend Erlöse. Und schließlich gibt mit der Otto-Group der zweitgrößte Online-Händler nach Amazon seine Zahlen bekannt: 400 Millionen mehr Umsatz gegenüber dem Vorjahr. Bis 2015 sollen insgesamt acht Milliarden Euro umgesetzt werden. Wobei Otto schon gar nicht mehr über Online reden muss: Hier heißt es verschärft "Mobile first". 

Die Datenschutz-Diskussion post Snowden belebt alte Ideen neu: Während die Politiker auf EU-Ebene nicht so recht vorankommen bei der Reform der Datenschutzrichtlinie, wollen neue Unternehmen wie Data Fairplay den Handel von privaten Daten über eine Onlineplattform neu, transparent und für Nutzer Geldwert regeln. Dass sich mit solchen Portalen die Gewichte zwischen Nachfrage und Angebot verschieben können, ist kein ganz neuer Ansatz, dafür aber praktisch umgesetzt. Beobachten wir weiter.

Raub der virtuellen Coins und mobile Erfolgsstrategien

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