Wochenrückblick | | von Yvonne Göpfert

Ratlosigkeit bei Bahnkunden und ein Echo von Amazon

Gesprächsthema Nummer eins diese Woche: der Lokführer-Streik bei der Bahn. Auf Twitter und bei Facebook finden sich Fahrgemeinschaften und auch die etablierten Medien greifen bereitwillig auf die Social-Media-Inhalte der unfreiwilligen Leserreporter zu. Mal wieder elegant auf den – Verzeihung – Zug aufgesprungen ist Sixt. Die machen Weselsky gleich zum „Mitarbeiter des Monats“, nachdem das Unternehmen bereits im Oktober sinnig warb mit „HDGDL, GDL!“

Weniger ratlos als die Bahnreisenden könnten demnächst Kunden von Amazon sein. Diese Woche stellte das Unternehmen sein neues Produkt Amazon Echo vor. Dabei handelt es sich um eine Art Lautsprecherbox, die auch Sprachbefehle versteht. Wer das Codewort Alexa ruft, kann die Amazon-Musikbibliothek, Prime Musik oder diverse Online-Radios starten oder sich Nachrichten, die Wettervorhersage und Sportergebnisse vorlesen lassen. Für Amazon eine feine Sache, ist man doch ein gutes Stück näher am Kunden. Außerdem wildert das Unternehmen hier mal wieder gekonnt in einem Bereich, den bisher vor allem Google und Apple für sich gepachtet zu haben glaubten. Doch wenn Amazon Echo Sprachbefehle versteht, wer garantiert dann, dass nicht auch der Rest der Unterhaltung in deutschen Wohnzimmern aufgezeichnet wird? Das Codewort Alexa um weitere Stichworte zu erweitern dürfte ja nicht so schwierig sein.

Ebenfalls bespitzelt fühlen sich Whatsapp-Nutzer. Denn jüngst führte Whatsapp den blauen Haken ein, mit dem man sieht, ob eine Nachricht vom Empfänger bereits gelesen wurde. Die können sich somit nicht mehr rausreden, eine bestimmte Nachricht nicht gelesen zu haben. Datenschützer sehen das kritisch. Nachhaltig schaden dürfte die Funktion dem Unternehmen aber ebenso wenig wie der Einstieg von Facebook bei Whatsapp vor einigen Monaten.

Während Whatsapp schön mittrackt und Amazon schön lauscht, baut Server-Spezialist Dell erst noch einen Marktplatz. Dell will einen Cloud-Marktplatz etablieren, der Unternehmen einen Überblick über verschiedene Cloud-Lösungen geben soll. Wer Cloud-Dienste über den Dell Marktplatz bucht, bekommt dann auch noch Zugriff auf ein Dashboard, das alle im Unternehmen eingesetzten Cloud-Services zeigt – von Amazon über Dropbox bis Google. Ob Dell ein Ebay für Cloudlösungen wird? Die Chancen stehen 50:50.

Spendabel zeigte sich in dieser Woche Microsoft. Das Unternehmen stellte seine Office-365-Mobilanwendung für iOS (Android noch in der Beta-Phase) kostenlos zur Verfügung. Um Office-Dokumente anzulegen und zu editieren, benötigt man ab sofort also kein Abo mehr, sondern kann sich mit einem kostenlosen Microsoft-Account einloggen. Damit stärkt Microsoft die Vielzahl an Anwendungen, die an einen Microsoft-Account gebunden sind (Speicherlösung, Mail und News und Bing-Suche) und versucht, mit anderen Anbietern Schritt zu halten.

Ratlosigkeit bei Bahnkunden und ein Echo von Amazon

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