Mobile Payment | | von Annette Mattgey

Payleven-Manager Wolff: "Großer Komfort für den Kartenzahler"

Wer ganz sicher gehen will, zahlt mit Bargeld - oder mit PIN. Ein Newcomer will jetzt den Markt aufrollen. Payleven, unter anderem von Rocket Internet und den Samwer-Brüdern finanziert. Der Kartenleser ist so günstig, dass er sich auch für den Bäcker um die Ecke lohnt, und der Käufer braucht nur EC-karte und PIN. Marketing-Chef Konstantin Wolff exklusiv im LEAD digital-Interview über eigene Wege und den Einfluss der Samwer-Brüder.

Selbst extreme Smartphone-Nutzer – wie die meisten in der Werbe- und Medien-Branche – schrecken noch vor mobilen  Bezahlsystemen zurück. Wozu Payleven nutzen?

Unsere Lösung bietet offensichtliche Vorteile sowohl für den kleinen und mittelständischen Händler als auch für Kartenzahler selbst.

Der Vorteil für die Kartenzahler liegt in dem Komfort, möglichst überall mit ec- oder Kreditkarte zahlen zu können – jedenfalls bei allen unseren Kunden. Der Trend zum bargeldlosen Zahlen ist klar zu erkennen und wir sind Teil dieser Bewegung. Allein in Deutschland wird das Transaktionsvolumen von Kartenzahlung bis 2015 auf 290 Milliarden Euro wachsen. Im Vergleich zu 2006 ist das ein Anstieg um 90 Prozent.

Den Unternehmen ermöglichen wir oft erstmals, Kartenzahlung überhaupt anzubieten. Aufgrund teurer Grundgebühren, hoher Mindestumsätze sowie Vertragslaufzeiten von drei Jahren oder mehr seitens der traditionellen Finanzdienstleister waren die Angebote am Markt oft schlicht und einfach nicht attraktiv genug. Wir dagegen bieten unseren Kunden einen flexiblen Zugang, indem wir unseren Chip & PIN-Kartenleser für einen attraktiven Preis anbieten (99 Euro; Anm. d.Red.). Darüber hinaus berechnen wir lediglich geringe Gebühren pro Transaktion. Es gibt keine Mindestumsätze und keine Vertragslaufzeiten. Alle Zahlungen können zudem durch unsere App auf dem Smartphone oder Tablet verwaltet werden.

Ist das Bezahlen wirklich so simpel wie von den Mobile Payment-Anbietern propagiert?

Der Bezahlvorgang mit Payleven ist so einfach wie der mit herkömmlichen Kartenterminals: Betrag eingeben, Karte reinstecken, PIN eingeben, fertig. Für den Konsumenten ist der Vorgang seit Jahrzehnten gelernt. Für den Händler ist die Arbeit mit unserer App im Endeffekt sogar transparenter als mit einem traditionellen Kartenterminal, denn er kann seinen Account in Echtzeit verwalten, Subaccounts für Angestellte anlegen usw. Und falls etwas nicht klappt, bieten wir einen exzellenten Kundensupport, der in unserer Branche leider lange nicht die Regel war.

Derzeit boomen die Mobile Payment-Lösungen. Wo liegt der USP von Payleven?

Wir bieten da eine Lösung an, wo traditionelle Anbieter der Kartenbranche kaum zu finden sind, nämlich im kleinen und mittelgroßen Gewerbe. Dabei erfüllen wir die gleichen, hohen Sicherheitsstandards der Kartenorganisationen, wie z.B. die PIN-Abfrage, und punkten natürlich durch Mobilität. Essentiell aber ist, dass wir Payleven als ganzheitliche Lösung für den Händler verstehen. Payleven ist mehr als nur ein Kartenterminal, es ist eine Plattform, die Lösungen für kleine und mittelgroße Unternehmen anbietet, für die neben der Kartenzahlung auch noch weitere Elemente wie Kundenbindung, Neukundengewinnung oder auch die Verwaltung wichtig sind.

Hinter Payleven stecken verschiedene Finanziers, u.a. die Samwer-Brüder und Rocket Internet. Da liegt die Frage nahe: Ist Payleven auch eine Copycat? Wo ist das Vorbild?

Natürlich wäre es vermessen zu sagen, wir hätten das Thema Mobile Payment erfunden, aber das müssen wir auch nicht. Verglichen mit US-Anbietern aus dem Mobile Payment-Segment arbeiten wir in Europa ohnehin nach eigenen Regeln und Vorgaben, gerade beim Thema Finanzdienstleistungen. Wir gehen eigene Wege und vertrauen auf unsere hauseigene Innovationskraft, z.B. beim Thema Chip & PIN-Kartenleser, den wir als erster Anbieter auf den europäischen Markt brachten.

Wie nah sind Sie an den Samwer-Brüdern? Mischen sie sich ins Daily Business ein?

Wir agieren eigenständig und erfahren durch Rocket Internet dort Unterstützung, wo wir sie brauchen. Selbstverständlich stehen wir im regelmäßigen Austausch mit unseren Investoren bezüglich der Entwicklung der Firma.

Der studierte BWLer  Konstantin Wolff, der auch einen MBA von der französischen INSEAD vorweisen kann, hat bei Payleven die Funktion des Chief Marketing Officers inne. Anfang 2012 gründete er das Unternehmen zusammen mit Banking-Experten und Investoren. Ihm obliegen das weltweite Business Development und die Kommunikation. Derzeit bestehen Büros in mehreren europäischen Ländern sowie in Brasilien. Was Payleven von anderen Payment-Anbietern unterscheidet, ist die Chip & Pin-Lösung, die Payleven als erster in Europa im Angebot hat. 

Payleven-Manager Wolff: "Großer Komfort für den Kartenzahler"

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht