Online-Shopping macht bereits zehn Prozent der Handelsumsätze aus
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Studie | | von Annette Mattgey

Online-Shopping macht bereits zehn Prozent der Handelsumsätze aus

In Deutschland, Österreich und der Schweiz wächst der Interaktive Handel. Im Jahr 2013 betrug der Umsatz der Online- und klassischen Versandhändler 60 Milliarden Euro und machte damit einen Anteil von 9,6 Prozent am gesamten Einzelhandelsvolumen in der Region aus. 2010 lag dieser Anteil noch bei 6,6 Prozent mit einem Umsatzvolumen von knapp 40 Milliarden Euro. Damit ist der Markt innerhalb von drei Jahren um mehr als 50 Prozent gewachsen - Tendenz steigend.
 
Die gemeinsamen Zahlen im DACH-Raum haben die Branchenverbände Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh), Handelsverband Österreich sowie der Verband des Schweizerischen Versandhandels (VSV) soeben in Berlin präsentiert.
 
Deutschland ist Vorreiter

Der Anteil des interaktiven Handels am gesamten Einzelhandel steigt in allen drei Märkten konstant an, am schnellsten in Deutschland. In der Schweiz ist der absolute Anteil mit sechs Prozent noch am geringsten, während er in Deutschland und Österreich bereits bei zehn bzw. elf Prozent liegt. Beim Anteil des Onlinehandels am gesamten Interaktiven Handel liegen die Schweiz und Österreich im Jahr 2013 vor Deutschland. Der Anteil beträgt hier 81 Prozent gegenüber 85,5 Prozent (AT) bzw. 86 Prozent (CH).
 
Besonders im Food-Bereich zeigen sich deutliche Unterschiede innerhalb der DACH-Region. Er ist in der Schweiz mit einem Anteil von 12,8 Prozent am interaktiven Handel mehr als dreimal so groß wie in Deutschland und Österreich. "Die Schweiz zeichnet sich seit mehreren Jahren durch einen sehr hohen Online-Anteil Food aus. Nicht ganz unschuldig an dieser Entwicklung sind die beiden grössten Händler Migros und Coop, welche seit Jahren den Online-Foodhandel mit viel Engagement und Experimentierfreudigkeit vorantreiben", so Patrick Kessler, Präsident des VSV.
 
Patricia Mussi, Geschäftsführerin des österreichischen Handelsverbands, ergänzt: "Die Österreicher kaufen traditionell gern im interaktiven Handel ein. Durch die massive Digitalisierung der vergangenen Jahre hat sich dieser Trend verstärkt. Dass der interaktive Handel mit Lebensmitteln in Österreich dennoch am wenigsten weit entwickelt ist, ist auf die sehr hohe Versorgungsdichte mit Supermärkten zurückzuführen. Darüber hinaus zeichnet den interaktiven Handel in Österreich eine starke Orientierung am deutschen Markt aus. Bis zu 50 Prozent der Umsätze der Österreicher fließen ins Ausland."
 
Über alle drei Länder macht die Warengruppe Textil & Schuhe mit 19,3 Milliarden Euro den größten Anteil am Umsatz des interaktiven Handels aus. Während in Deutschland die zweitstärkste Warengruppe Multimedia, HiFi, Elektrogeräte nur gut ein Drittel der führenden Warengruppe ausmacht, liegt diese in Österreich und der Schweiz annährend gleich auf.

Impulse aus dem Ausland

"In Deutschland haben die Textilversandhändler traditionell eine Stärke, die sie mit innovativen Online-Konzepten verteidigen", konstatiert Gero Furchheim, Präsident des bevh. Der Blick auf die DACH-Region lohnt sich aus seiner Sicht besonders: "Österreich und die Schweiz sind für das Cross-Border-Geschäft der deutschen Onlinehändler die wichtigsten Märkte. In Zukunft wird der gesamte grenzüberschreitende Handel nach unserer Einschätzung doppelt so schnell wachsen wie das Inlandsgeschäft."
 
Die Zahlen gründen auf Verbraucher- und Firmenbefragungen in den drei Ländern und wurden abgestimmt zusammengeführt, so dass nun sowohl ein direkter Ländervergleich als auch eine Betrachtung der gesamten Region möglich ist. Da die Werte auf Verbraucherwerten basieren, handelt es sich um Bruttowerte. Die Schweiz hat mit acht Prozent einen deutlich niedrigeren Mehrwertsteuersatz als Deutschland (19 Prozent) und Österreich (20 Prozent), was sich im Gesamtvolumen widerspiegelt.
Die Zahlen im Überblick finden Sie hier.

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