Einzelhandel | | von Annette Mattgey

Online-Shopping dämpft Lust auf Schaufensterbummel

Jeder dritte Online-Shopper meidet Fahrten ins Stadtzentrum - oder hat sie zumindest reduziert. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des IFH Köln: Vor allem Frauen (40,5 Prozent) – Kernzielgruppe vieler Händler – verzichten zunehmend darauf, in die Innenstadt zu fahren und shoppen stattdessen von zu Hause aus. Die Unlust betrifft jedoch nicht nur die Fußgängerzonen, auch die Einzelhändler in den Gewerbegebieten müssen Einbußen hinnehmen. Rund ein Viertel der knapp 1.000 befragten Konsumenten geben an, aufgrund des Online-Handels weniger in Möbelhäusern, Baumärkten oder sonstigen Fachmärkten zu kaufen.

Online schauen, persönlich kaufen

Auf der anderen Seiter gräbt der Online-Handel laut Umfrage aber nicht bloß Frequenzen ab, sondern kann stationären Händlern auch zu Zusatzumsätzen verhelfen, die ohne den Online-Kanal nicht realisiert worden wären. So gibt rund jeder fünfte Befragte an, nicht seltener in die Stadt zu fahren, obwohl auch online Käufe getätigt werden. Bei den Randgebieten trifft dies sogar auf knapp jeden Vierten zu. Der Online-Kanal übernimmt also auch Showroom-Funktionen für den stationären Handel: So werden – laut einer Studie des ECC Köln – rund 50 Prozent des stationären Umsatzes durch Online-Recherchen vorbereitet. Ein weiteres Indiz, welchen Nutzen die Verknüpfung der einzelnen Vertriebskanäle hat.

Auch das Ambiente muss stimmen: Die Forscher sehen die Städte am Zug, wenn es darum geht, attraktive Rahmenbedingungen für den Handel zu schaffen. Viele Städte versuchten bereits, mit Sonderaktionen wie z.B. langen Shoppingnächten oder verkaufsoffenen Sonntagen mit passendem Rahmenprogrammen Besucher in die Innenstädte zu locken. Hierbei spielt häufig das Zusammenspiel von Gastronomie und Handel eine bedeutende Rolle. Generell fehlt es den Forschern aber noch an validen Informationen, worauf Konsumenten wirklich Wert legen. „Unser Anliegen ist es, die Potenziale und Risiken in Städten zu analysieren und nachhaltige Konzepte für vitale Innenstädte zu entwicklen“, so Boris Hedde, Geschäftsführer des IFH Köln. Die entscheidende Frage sei, ob die Städte wissen, was sie auszeichnet und wo Verbesserungspotenzial liegt.

 

Online-Shopping dämpft Lust auf Schaufensterbummel

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