Remintrex | | von Annette Mattgey

Multichannel-Retargeting: Für jeden die passende Antwort

Wer wochenlang per Display Ad verfolgt wird, beginnt Retargeting zu hassen. Dabei kann man das Werkzeug durchaus einfallsreich anwenden. Warum nicht mal mit einer Mail oder einem Telefonat nachhaken? Für Webshops und Dienstleister im Netz ist Retargeting eines der wichtigsten Marketing-Tools, um potenzielle Kunden durch personalisierte Botschaften von sich zu überzeugen. Die individuelle Ansprache beschränkt sich längst nicht mehr auf Bestandskunden. Wer das Rennen um die Kunden gewinnen will, muss sie auch erreichen, bevor sie sich registrieren oder etwas kaufen. Florian Werner, Geschäftsführer des Dienstleisters Remintrex, weiß, welcher Kanal sich für welche Zielgruppe eignet, wie hoch die Kosten liegen und wie die optimale Multichannel-Retargeting-Strategie aussieht.

Günstig, persönlich, effizient: E-Mail-Retargeting

Das E-Mail-Retargeting ist der Klassiker in der Ansprache und bietet sich vor allem für E-Commerce-Anbieter sowie Online-Dienstleister an. Die Inhalte, Versandpläne und -zeiten lassen sich individuell gestalten und beziehen sich immer auf das konkrete Surfverhalten, also zum Beispiel angesehene Seiten, Produkte oder abgebrochene Warenkörbe des Empfängers. Über Produktfeeds können so einfach und automatisiert Erinnerungen, Angebote oder individuelle Gutscheine versendet werden, die zum Kauf animieren. Da alle E-Mail-Kampagnen in Deutschland beim Pricing standardmäßig als Performance-Modell angeboten werden, sind sie besonders effizient und verursachen nur Kosten, wenn die Ansprache erfolgreich ist. E-Mail-Retargeting ist damit besonders risikoarm und eignet sich mit seinen überschaubaren Kosten gut für automatisierte, regelmäßige Aussendungen, beispielsweise ab einer bestimmten Verweildauer im Shop oder beim Abbrechen des Warenkorbs.

Eyecatcher im Briefkasten: Web-zu-Print-Retargeting

Besonders Händler die ihre Wurzeln in der Offline-Welt haben, aber ihre Filialen durch einen Online-Auftritt ergänzen, erreichen ihre Zielgruppe am besten direkt im heimischen Briefkasten. Das Web-zu-Print-Retargeting bezieht dabei ebenfalls die Informationen aus dem Surfverhalten der Webseiten-Besucher ein und lockt sie beispielsweise mit passenden Gutscheinen für angesehene Produkte, der Einladung für eine persönliche Beratung oder dem aktuellen Katalog zurück in den On- oder Offline-Shop.

Gerade auf diese Weise versendete Coupons genießen bei Neukunden eine höhere Aufmerksamkeit, da sie durch das haptische Erlebnis als wertvoller wahrgenommen werden und eher überzeugen, den angebotenen Rabatt auch wirklich zu nutzen. Auch preislich kann der Schritt in die reale Welt sich für Advertiser lohnen. Ab etwa 0,70 Euro, inklusive Druck- und Versandkosten, sind persönliche gestaltete Postkarten mitunter günstiger als ein Klick im überlaufenen Google AdWords-Markt. Das Web-zu-Print-Retargeting bietet sich damit nicht zwangsläufig für ständige Massenversände, wohl aber für gezielte Akzente in Ergänzung zu Online-Aktivitäten, z.B. zu bestimmten Anlässen wie die Neueröffnung einer Filiale, Schlussverkäufe oder Kollektionswechsel an.

Persönlich und direkt: Telefonisches Retargeting

Für Unternehmen wie Versicherungen, Energieversorger oder auch Autohändler, bei denen es viel Gesprächs- oder Erklärungsbedarf gibt, geht auch in Zeiten von Onlinekommunikation nichts über ein persönliches Gespräch. Selbst wenn die Online-Präsenz alle relevanten Informationen vereint, sind zahlreiche potenzielle Kunden aufgrund von Unsicherheit oder fehlender Beratung sehr zögerlich und verlassen die Seite trotz großem Interesse oft vor dem Vertragsabschluss wieder. Hier greift das telefonische Retargeting. Im Falle eines Autohauses könnte ein potenzieller Kunde auf diese Weise zum Beispiel telefonisch auf die Möglichkeit einer Testfahrt mit dem online angesehenen Wagen hingewiesen werden. Ist er interessiert – Interesse wird z.B. durch das Drücken der Taste "1" auf dem Telefon signalisiert – wird er zur Klärung der Details automatisch an die Hotline des Autohauses weitergeleitet. Mit Kosten ab etwa 5 Euro pro durchgestelltem Anruf, lohnt sich dieses Vorgehen vor allem dann, wenn es um direkte Vertragsabschlüsse geht. Anstatt im Zuge meist sehr negativ bewerteter "Cold Calls" an Kunden heranzutreten, können Unternehmen über das Retargeting gezielt interessierte Besucher erreichen und profitieren somit von einer wesentlich höheren Conversion Rate.

 

Um Zugriff auf einen möglichst breiten Datenbestand zu garantieren, arbeiten Retargeting-Spezialisten mit Opt-In-Partnern wie Marktplätzen, Publishern, Gewinnspiel- oder Freemailanbietern zusammen. Im Zuge der meist kostenlosen Registrierung stimmt der Nutzer den Retargeting einschließenden Werbebestimmungen zu und verifiziert seine Daten im Double-Opt-In-Verfahren. Advertiser sind in Deutschland zudem angehalten, ihre Datenschutzerklärung um eine Klausel zu erweitern, die darauf hinweist, dass der Retargeting-Dienst verwendet wird.

Florian Werner bewegt sich bereits seit zehn Jahren in der Digitalwirtschaft. Als Geschäftsführer von Smartup Venture bietet er mit der Marke Remintrex eine Self-Service-Lösung, die es Unternehmen erlaubt, Besucher ihrer Website per E-Mail, telefonisch oder postalisch zu erreichen, noch bevor sie sich registriert oder einen Kauf getätigt haben. 

Multichannel-Retargeting: Für jeden die passende Antwort

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