MWC 2015 | | von Yvonne Göpfert

Mehr Schwung für digitale Coupons

Die Digitalisierung im Handel schreitet unaufhörlich voran. Doch die Möglichkeiten, die digitales Couponing und Loyalty-Programme bieten, werden bei weitem nicht ausgeschöpft. Im Gegenteil – heute nutzt der Handel entweder noch Brückenlösungen mit Papier-Gutscheinen oder jeder Shop und jede Marke hat sein eigenes Couponing-System. Beides ist wenig userfreundlich und die Einlöseraten bleiben daher oft hinter den Erwartungen zurück.

GS1, die Erfinder des internationalen Barcodes, haben daher einen Standard für Couponing-Lösungen entwickelt, der jedem Coupon eine eindeutige ID - ähnlich wie die Nummer im Personalausweis – zuordnet. Die Nummer wird mit den Daten der SIM-Karte des Smartphones gekoppelt, auf dem der Coupon oder Gutschein gespeichert wird. Damit ist jeder Gutschein eineindeutig identifizierbar und es kann beim Einlösen geprüft werden, ob der Gutschein noch gültig ist und ob er schon eingelöst wurde oder nicht. Die Technik funktioniert mit jeder Wallet-App, unabhängig vom Anbieter.

38 Prozent lösen Gutschein ein

Auf dem MWC wurden ein paar Beispiele vorgestellt, wo die Lösung bereits getestet wurde. Das Coupon-Clearing-Haus Valassis beispielsweise versorgt europaweit 15.000 Werber mit Couponing-Lösungen und dem dazugehörigen Targeting. In Italien konnten Valassis und Partner mit der Anwendung Verso Online, einer Coupon-Lösung für Online-Shops und Coupon-Herausgeber, eine Einlöserate der Gutscheine von 25 bis 38 Prozent feststellen – abhängig vom beworbenen Produkt. Ein Gutschein blieb im Schnitt nur drei Tage in der Wallet. Digitale Gutscheine funktionieren also besser als Papiergutscheine und erzielen eine erfreuliche Responsequote.

Chungwhas, ein Netzwerkanbieter aus Taiwan, hat das Couponing mit seiner Wallet-App sechs Monate lang in einem großen Einkaufszentrum getestet. 33 Shops haben an dem Experiment teilgenommen. Im Testzeitraum wurden 10.000 Coupons getagged, also heruntergeladen. Das erfreuliche Ergebnis auch hier: Die Nutzungsrate der Wallet-App stieg um 27 Prozent. Das Beispiel im Einkaufszetrum - 33 Händler, 1 App - hat gezeigt: Coupons und Gutscheine werden akzeptiert, wenn sie einfach zu handeln sind.

Targeting endlich möglich

Die Verteilung der Coupons kann per SMS-Link aufs Smartphone, per E-Mail oder per QR-Code erfolgen. Der Nutzen für die Händler liegt auf der Hand: Sie erfahren, wer ihre Kunden sind und können diese Daten ihrem CRM hinzufügen. Per Targeting lassen sich weitere Kampagnen zielgerichteter planen.

Damit die Kette funktioniert, müssen viele Coupon-Herausgeber, Enabler, also Institutionen, die die Echtheit der Coupons prüfen, und Händler an einem Strang ziehen. Allerdings ist noch nicht genau geklärt, wie die Einnahmen aus den Gutscheinen zwischen Händler und Enabler geteilt werden sollen.

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