Werbeschlacht | | von Anja Janotta

Kreative Seitenhiebe: Wie sich Siri mit Google fetzt

Apple nutzt seine Spracherkennungs-Assistentin Siri, um den Konkurrenten Google und seiner Datenbrille Glass in die Parade zu fahren. Wenn Nutzer Siri auf dem iPhone oder iPad mit "OK, Glass" ansprechen, antwortet die Spracherkennungssoftware mit spöttischen Sätzen. Es fallen Sätze wie "Ich glaube, das Glas(s) ist halb leer" oder "Sehr witzig. Ich meine nicht witzig im Sinne von "Ha, ha", aber trotzdem ganz amüsant", bzw. "Ich glaube, du hast den falschen Assistenten." Oder es warnt davor, sich das Telefon auf die Stirn zu schnallen und entgegnet: "Zwinkern bringt bei mir nichts". Es ist das erste Mal, dass Apple die scharfe Rivalität mit Google mit derartigen kreativen Nadelstichen auslebt.

Natürlich lässt Google dies nicht auf sich sitzen und antwortet ebenfalls kreativ: Ein Sprecher erklärte dem "Wall Street Journal"-Blog 'Digits' im Namen von Google Glass: "Siri, es liegt an mir, nicht an Dir." Glass habe die Google Sprachsuche kennengelernt und sei ihr verfallen. "Sie hört nicht nur zu, sie versteht mich."

Apple und Google entwickeln beide derzeit tragbare elektronische Geräte mit Internetanschluss. Während Google auf die Datenbrille Glass mit Kamera und kleinem Bildschirm vor dem Auge setzt, arbeitet Apple laut Medienberichten unter Hochdruck an einer Computer-Uhr.

Siri, gestartet vor knapp zwei Jahren, soll dem Nutzer eine sprachliche Kommunikation mit seinem iPhone ermöglichen. Man kann etwa einen Termin anlegen, eine Weckzeit einstellen oder einen Anruf organisieren. Google verfolgt eine mindestens genauso ambitionierte Vision mit dem Dienst Google Now.

Apple versuchte von Anfang an, Siri mit einer frechen Persönlichkeit und einem Sinn für Humor zu versehen. So hat die Software witzige Antworten bei Heiratsanträgen oder Fragen nach ihren Eltern parat und reagiert angemessen auf Filmzitate. Immer wieder schoss Apple auch gegen die Konkurrenz: So wurde in der TV-Werbekampagne "Get a Mac", die von 2006 bis 2009 lief, der Wettbewerber Microsoft ironisch aufs Korn genommen. Zuletzt trat Apple jedoch zurückhaltender auf, während sich der aktuelle Erzrivale Samsung sich in Werbespots immer wieder über iPhone-Nutzer lustig machte. dpa/aj

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