SEO-Visibility | | von Uli Busch

Klassische Möbel-Riesen sind SEO-Zwerge

Obwohl Möbel lange als ungeeignet für den Online-Verkauf galten, scheinen sie jetzt das Internet zu erobern. Das belegen auch die jüngsten Forschungsergebnisse, denn laut IFH Köln soll der Online-Möbelmarkt im Vergleich zu 2012 in diesem Jahr um mehr als 40 Prozent zulegen. Da aktuell immer neue Online-Möbelhändler an den Start gehen, müssen auch die stationären Händler im Netz nachziehen und online aktiv werden. Einer der grundlegendsten Überlegungen sollte dem Thema Suchmaschinen gelten. Wie gut wird mein Shop in den organischen Suchergebnissen angezeigt? Wie gestalte ich mein Adwords-Strategie (falls ich mich überhaupt für bezahlte Werbung entscheide)?

Online-Dienstleister Searchmetrics hat sich die zehn umsatzstärksten Unternehmen im Möbelhandel in Deutschland (Statista) näher angesehen.

Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen: Klassische Möbel-Riesen hinken hinterher

Die "Project SEO Visibility" einer Domain zeigt an, wie gut eine Website in den organischen, also nicht-werbefinanzierten, Ergebnissen von Google platziert ist. Je besser das Ergebnis, desto eher wird die Website auch von Usern wahrgenommen und wahrscheinlich auch öfter angeklickt – das Potenzial, dass Nutzer zu Kunden konvertieren, steigt also. Im Vergleich zu den klassischen Möbelhändlern haben die Allround-Online-Händler, die neben Möbeln auch andere Segmente bedienen, in Google Deutschland die Nase vorn: Absoluter Spitzenreiter ist die Website Ebay.de, die die Bestenliste mit einem Wert von 3.219.550 Index-Punkten anführt. Erst mit deutlichem Abstand folgen Otto.de (533.932 Punkte), Roller.de (48.153 Punkte) und Daenischesbettenlager.de (29.874 Punkte) auf den Plätzen zwei, drei und vier.

„Es ist deutlich zu sehen, dass die bekannten, eher im stationären Verkauf verhafteten Möbelhäuser Online-Anbietern in Sachen SEO das Feld überlassen. Die stärksten Impulse kommen von Online-Experten wie Ebay und Otto, wobei die Shops natürlich nicht nur durch den reinen Möbelverkauf punkten. Die klassischen Möbelhändler scheinen noch kein wirkliches Konzept für die Online-Präsenz gefunden zu haben“, erklärt Matthias Bachor, Director Marketing bei Searchmetrics. „Ein schönes Beispiel für diese Unsicherheit ist der Online-Shop von Möbel Höffner. Offensichtlich wurde professionelle SEO anfangs sehr vernachlässigt, aber seit etwa Mitte 2012 zeichnet sich ein deutlicher Kurswechsel ab. Seither scheint verstärkt in SEO-Aktivitäten investiert zu werden mit kontinuierlichem Aufwärtstrend.“

Bezahlte Suchmaschinenwerbung: Allround-Online-Händler wissen, wie es geht

Auch hier bleiben die Möbelriesen in der Detailanalyse hinter den Online-Shops zurück: Otto.de hat mit 172.905 Index-Punkten die Nase vorn, dicht gefolgt von Ebay.de (159.370 Punkte). Weit abgeschlagen landen Roller.de (12.307 Punkte) und Daheim.de (5.227 Punkte) auf den Plätzen drei und vier. „Daheim.de, der Online-Shop von Segmüller, wurde erst im August 2013 gelauncht – der vierte Platz ist also keine schlechte Leistung. Für den Anfang scheint hier der Fokus auch ausdrücklich auf einer umfangreicheren SEM-Strategie zu liegen. Ob Segmüller seine Chance ergreifen wird, wird sich mit der Zeit zeigen – aber Potenzial ist auf jeden Fall da.“

Der umsatzstärkste Möbelhändler in Deutschland – Ikea – spielt bei Google nur eine untergeordnete Rolle und taucht in der Paid Visibility gar nicht erst auf. „Ikea ist das perfekte Beispiel für ein Unternehmen, dass von einer starken Markenreputation außerhalb von Google profitiert und sehr stark auf andere Werbemittel wie TV-Spots und Kundenbindungsprogramme setzt“, so Bachor weiter.

Zur Erklärung der Kenngrößen

Die "Project SEO Visibility" zeigt, wie sichtbar eine Website auf der Basis einer bestimmten Keyword-Menge in den organischen Suchergebnissen von Google ist – an welcher Position diese URL also platziert ist. Searchmetrics durchsucht dafür den Google-Index nach Millionen von Keywords. Für den Wert wird die Anzahl der Suchbegriffe zur Anzahl der Suchanfragen für die definierten Keywords und der Platzierung für jeden Suchbegriff in Beziehung gesetzt. Die "Project Paid Visibility" zeigt die Sichtbarkeit einer eingegeben Internetadresse im Anzeigenbereich bei Google in Bezug zu einem festgelegten Keyword-Set. Das Suchvolumen und die Anzeigepositionen werden in Relation gesetzt und je nach Position mit einem entsprechenden Faktor gewichtet.

Klassische Möbel-Riesen sind SEO-Zwerge

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