Die Kartellrechtsbeschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gegen die Amazon-Tochter Audible geht in die nächste Runde.
Die Kartellrechtsbeschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gegen die Amazon-Tochter Audible geht in die nächste Runde. © Foto:Amazon

Hörbücher | | von Deutsche Presse-Agentur

Kartellamt nimmt Amazon und Apple ins Visier

Der Streit zwischen der deutschen Buchbranche und dem US-Handelsriesen Amazon um Hörbücher bei Audible beschäftigt nun auch das Bundeskartellamt. Die Wettbewerbsbehörde leitete ein Verwaltungsverfahren gegen Audible.com und den Computerkonzern Apple ein. Im Mittelpunkt steht dabei unter anderem eine langjährige Vereinbarung über die Lieferung von Hörbüchern für den iTunes-Store, wie die Wettbewerbsbehörde am Montag mitteilte.

Kartellamtspräsident Andreas Mundt kündigte an, die Behörde, wolle die Vereinbarung zwischen den beiden Unternehmen im Hörbuchbereich genauer prüfen. "Es muss sichergestellt sein, dass den Hörbuchverlagen für den Absatz ihrer digitalen Hörbücher hinreichende Ausweichalternativen zur Verfügung stehen", sagte er.  

Auslöser für das Verfahren war eine Beschwerde des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, der Amazon den Missbrauch seiner marktbeherrschenden Stellung beim Vertrieb digitaler Hörbücher vorwirft. Bereit im September hatte die EU-Wettbewerbskommission angekündigt, sich mit den Beschwerden der deutschen Buchbranche gegen Amazon beschäftigen zu wollen. Das Bundeskartellamt betonte, es stehe bei den Ermittlungen im engen Kontakt mit der Brüsseler Behörde.

Der Vorwurf: Audible nutze seine Marktstellung, um Hörbuchverlagen unzumutbare Bedingungen für die Vermarktung digitaler Hörbücher aufzuzwingen. So sollen die Verlage durch Kündigung bestehender Lizenzverträge in ein Flatratemodell gedrängt werden, mit dem deutlich niedrigere Umsätze erzielt werden könnten. Über die Onlineplattformen von Audible und Amazon sowie über den iTunes Store von Apple, der von Audible exklusiv beliefert wird, würden nach Menge und Umsatz mehr als 90 Prozent aller Downloads von Hörbüchern in Deutschland getätigt, heißt es vom Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. 

"Wir begrüßen es, dass das Bundeskartellamt unsere Darstellung zum Anlass nimmt, ein Verfahren einzuleiten und die Vereinbarung zwischen der Amazon-Tochter Audible und Apple genauer prüft. Hörbuchverlage brauchen eine adäquate Möglichkeit, ihre Hörbücher auch unabhängig von Audible vertreiben zu können. Das ist in der derzeitigen Konstellation nicht möglich. Die Leidtragenden sind nicht nur Hörbuchverlage, sondern auch Buchhändler sowie der Zwischenbuchhandel und am Ende der Leser und Hörer, denn eine solche Geschäftspolitik gefährdet die kulturelle Vielfalt und die Qualität auf dem Buchmarkt", kommentiert Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, die Entscheidung des Bundeskartellamts in einer Pressemitteilung.

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