Bitkom | | von Annette Mattgey

Jeder zweite junge Erwachsene ist Fan einer Marke

Bei den Social Media-Aspekten des Online-Shoppens ist die Kluft zwischen jung und alt am größten: 48 Prozent der 14- bis 29-Jährigen sind Fan einer Marke - mehr als doppelt so viel wie der Durchschnitt. Auch beim Thema Mobile Shopping sind die Digital Natives weiter als der Rest der Onlinekäufer. Hohe Werte haben die unter 50-Jährigen auch bei den Retourenquoten - Zalando sei Dank. Die aktuellen Ergebnisse veröffentlichte nun der Hightech-Verbands Bitkom. Die Bedeutung des Internets für den Konsum nimmt weiter zu: „Früher gab es nur wenige Möglichkeiten Informationen über bestimmte Produkte oder die besten Preise einzuholen. Heute können sich Verbraucher via Internet intensiv informieren“, kommentiert Tobias Arns, E-Commerce-Experte des Bitkom. 58 Prozent greifen auf Preisvergleichsseiten im Web zur Entscheidungshilfe zurück. Jeder Zweite (51 Prozent) sammelt Informationen zum gewünschten Produkt auf der Herstellerseite.

Außer Tests und Hersteller-Informationen sind auch Erfahrungsberichte anderer Verbraucher im Web gefragt. Jeder dritte Internetnutzer (35 Prozent) greift hierfür auf Blogs oder Webforen zurück. Auf Verbraucherportalen mit Erfahrungsberichten sucht jeder Fünfte (22 Prozent) nach entsprechenden Informationen. Soziale Netzwerke werden vor allem von jüngeren Internetnutzern als Hilfe bei der Kaufentscheidung besucht. Jeder fünfte 14- bis 29-Jährige (19 Prozent) greift auf die Erfahrungen seiner Netzwerke-Freunde zurück. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es nur 5 Prozent. Arns: „Informationen und Meinungen im Web über die eigenen Angebote werden für Hersteller und Händler immer wichtiger.“

Der aktuelle Studienbericht trägt den Titel „Trends im E-Commerce. Konsumverhalten beim Online-Shopping“. Er fasst die Ergebnisse einer repräsentativen Befragung unter Internetnutzern ab 14 Jahren zusammen. Die Themen reichen von der Nutzung verschiedener Zahlungsmöglichkeiten im Web über den Online-Kauf mit Mobilgeräten bis zum Einfluss des Social Web auf Kaufentscheidungen.

Shopping Queens: Kleidung und Schuhe ebenso wichtig wie Bücher und CDs

Bücher und CDs sind nach wie vor die Waren, deren Bestellung via Internet am verbreitesten ist. Bei Frauen ebenso beliebt: Kleidung und Schuhe, wärend Männer eher bei Elektronik zugreifen. Generell werden Produkte, bei denen die Frische eine entscheidende Rolle spielt (z.B. Pflanzen und Lebensmittel) oder mit denen ein höheres finanzielles Risiko verbunden ist (beispielsweise Wertpapiere, Autos) deutlich seltener direkt im Internet gekauft. Eintrittskarten für Veranstaltungen (51 Prozent). Unterhaltungsmedien (wie Filme und Musik) sowie Dienstleistungen rund ums Reisen landen oft im virtuellen Warenkorb.

 

Virtuelle Services: Fotos und Gaming

Jeder zweite kauft nicht nur Produkte, sondern auch Dienstleistungen im Web. Hier liegen Fotoservices mit deutlichem Abstand auf Platz eins (28 Prozent). An zweiter Stelle folgen mit einem größeren Abstand Online-Spiele (12 Prozent), die bei Männern beliebter sind als bei Frauen (16 Prozent bzw. 8 Prozent). In dieser Kategorie zeigen sich zudem deutliche Altersunterschiede. Jüngere Altersgruppen (14-29 Jahre) nutzen erwartungsgemäß am häufigsten Online-Spiele (18 Prozent). Bemerkenswert ist jedoch, dass auch 16 Prozent der 30- bis 49-Jährigen Geld für Online-Spiele ausgeben. Premium-E-Mail-Dienste, kostenpflichtige Anzeigen und Online-Videos nutzen jeweils 7 Prozent. Weitere Online-Dienste, etwa Online-Wetten oder Speicherdienste sind weniger populär und wurden bislang von unter fünf Prozent der Befragten verwendet. Noch gar keinen kostenpflichtigen Online-Dienst haben 49 Prozent in Anspruch genommen.

Mobile Shopping: Besonders bei Jüngeren beliebt

Die Mehrheit der Tablet- und Smartphone-Nutzer kauft mit ihren mobilen Geräten online ein (62 Prozent bzw. 51 Prozent). Besonders jüngere Zielgruppen sind dem mobilen Online-Shopping gegenüber aufgeschlossen. Vier von zehn Smartphone-Besitzern haben bereits einen Bar- bzw. QR-Code-Scanner benutzt. Das Bezahlen mit dem Handy im Geschäft stellt für die Mehrheit der Befragten (74 Prozent) keine alternative Zahlungsmöglichkeit dar.

 

Kaufen, was auch anderen gefällt

Produkt- oder Anbieterbewertungen spielen beim Online-Shopping eine große Rolle. Fast drei Viertel aller Internetnutzer lesen vor einer Bestellung die Bewertungen anderer Kunden. Gut ein Drittel gibt selbst Bewertungen ab. Produktempfehlungen, z.B. per  E-Mail oder in einem sozialen Netzwerk von Freunden oder Kollegen hat knapp ein Drittel der Befragten erhalten. Ein Viertel der Befragten ist Fan eine Marke oder eines Produkts in einem sozialen Netzwerk.

 

Für die Angaben zur Nutzung von Entscheidungshilfen beim Kauf von Produkten befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa 1.063 Internetnutzer ab 14 Jahren. Alle Angaben sind repräsentativ. Der 46-seitige Studienbericht „Trends im E-Commerce. Konsumverhalten beim Online-Shopping“ kann kostenfrei unter diesem Bitkom-Link heruntergeladen werden.

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