Whitepaper | | von Irmela Schwab

Jeder zweite Deutsche kauft Kleidung online

Wenn ein Mode-Retailer heute noch keine digitalen Angebote unterhält, verliert es glatt die Hälfte seines Umsatzes. Dazu geben zwei Faktoren den Ausschlag: Die zunehmende Verbreitung und Nutzung des Internets über alle Geräte. Und der Hang der Deutschen, preisbewusst einzkaufen. 

Wie die Untersuchung "Online-Trends im Fashionmarkt. Ein neuer Laufsteg für Modemarken" festgestellt hat, kaufen 52 Prozent der Befragten Kleidung online ein - gegenüber 55 Prozent, die den Laden bevorzugen. Dass diese verbleibende Prozentzahl weiter sinken wird, darauf weist hin, dass 28 Prozent der Befragten angeben, heute mehr Mode im Netz zu kaufen als noch vor einem Jahr.

Das Whitepaper des Performance-Marketing-Anbieter Tradedoubler legt nahe, dass - bedingt durch das veränderte Recherche- und Kaufverhalten - Mode-Händler künftig neue Methoden einsetzen müssen, um ihre Kundschaft nicht zu verlieren. Denn selbst wenn sich die Konsumenten im Laden inspirieren lassen - wie der Bekleidungshandel gerne argumentiert - führt das Erlebnis im Store heute allerdings nicht mehr zu einem Kaufabschluss an Ort und Stelle. So geben 56 Prozent der Befragten an, auf Performance-Marketing-Kanälen wie Preisvergleichs-, Gutschein-, Cashback- und Daily-Deal-Seiten zu stöbern, um für einen Modeartikel den besten Preis zu ermitteln: Der Schritt zum Kauf ist dann nur noch sehr kurz.

Björn Hahner, Country Manager bei Tradedoubler in Deutschland, rät den Modehändlern daher dazu, Blogs, Content-Seiten und Performance-Kanäle zu implementieren. "Angesichts der Verschiebung von Abverkäufen ins Netz liegt es für Fashion-Unternehmen nahe, auch die Inspirationsphase der Käufer im Netz zu unterstützen und so den Weg zum Kauf zu verkürzen." Bereits heute informieren sich 64 Prozent der Verbraucher in Deutschland über Fashion-Trends in Blogs und auf Content-Seiten. Zum Vergleich: 71 Prozent lassen sich im Geschäft inspirieren. Hahner: "Wenn es Performance-Marketing-Kanäle jetzt schaffen, diese Inspiration zu bieten, haben sie die Chance, sich wie ein roter Faden durch das gesamte Einkaufserlebnis der Modeshopper zu ziehen."

Dazu gehören auch Smartphones und Tablets. Für knapp ein Viertel der Verbraucher ist Shoppen von der Couch im Wohnzimmer aus schon ganz normal. Laut Untersuchung haben 48 Prozent nach weiteren Informationen über den Second Screen weitergesucht, nachdem sie einen TV-Spot angesehen hatten. Bei Tablet-Nutzern ist der Wert mit 57 Prozent übrigens deutlich höher. Außerdem haben 37 Prozent das recherchierte Produkt dann auch gleich gekauft; bei den Smartphone-Usern waren es 25 Prozent. 

Die Konsumenten wieder zurück in den Laden führen, schaffen vor allem Angebote, die der User direkt aufs Handy gespielt bekommt. Smartphone-Apps mit Mode-Bezug werden laut Tradedoubler von 20 Prozent der Befragten Nutzer in Europa genutzt. 18 Prozent haben zudem Apps von Einzelhandelsketten mit direkter Shopping-Option auf dem Mobilgerät. Hier müssen Einzelhändler und Markenläden der Modebranche aufspringen, rät Hahner: “Schon 44 Prozent der Käufer nutzen beim Einkaufsbummel Gutscheine, die sie auf dem Handy erhalten haben. Diese Chance müssen die Fashion-Stores nur nutzen.“

Jeder zweite Deutsche kauft Kleidung online

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht