Hannes Gobeyn im neuesten Spot für Hugo Boss.
Hannes Gobeyn im neuesten Spot für Hugo Boss. © Foto:Hugo Boss

Quartalszahlen | | von W&V Redaktion

Hugo Boss: Online-Geschäft wieder im Aufwind

Die Sanierungsstrategie, die der Bekleidungshersteller Hugo Boss aus dem schwäbischen Metzingen im vorigen Jahr begonnen hat, zeigt erste Erfolge:  Im zweiten Quartal erzielte Hugo Boss einen Gewinn von 57,6 Millionen Euro und damit mehr als fünfmal soviel wie im Vorjahr. "Das zweite Quartal ist erfreulich verlaufen. Überall wo wir Baustellen hatten, haben wir Fortschritte gemacht", sagte Vorstandschef Mark Langer. Insbesondere in den USA und im Online-Geschäft lief es wieder besser, auch der Umsatz in den eigenen Läden legte auf gleicher Fläche erstmals seit sieben Quartalen wieder zu.

Der Edelschneider war im vergangenen Jahr durch die Flaute in der Textilbranche sowie durch hausgemachte Fehler unter Druck geraten. In der Folge musste fast der komplette Vorstand gehen. Die Marke wurde neu positioniert und etliche Läden dicht gemacht.

Inzwischen hat der Konzern sein Marken-Portfolio auf zwei eingedampft: die Kernmarke Boss, die weiterhin für gehobene Business- und Freizeitmode steht sowie Hugo, die auf trendbewusste und jüngere Kunden abzielt. Zu sehen sein werden diese Schritte mit der Frühjahrs- und Sommerkollektion 2018, die ab Endes dieses Jahres in den Läden ist.

Das Feedback aus dem Handel auf die neue Ware beschrieb Langer als positiv. Die Auftragslage für beide Marken sei weitestgehend stabil, was aber angesichts des schwierigen Marktumfeldes positiv zu werten sei. Gut entwickelt sich laut Langer vor allem das Freizeitsegment. Auch wenn Hugo Boss weiterhin für Geschäftsmode steht, entfällt rund 60 Prozent des Umsatzes auf die sogenannte Casualwear. Zwar habe der Anzug in der Mode nicht ausgedient, aber grundsätzlich ziehe man sich heute lässiger an, sagte Langer.

Von den angekündigten 20 Ladenschließungen wurden bis zur Jahresmitte 5 abgewickelt, der Rest soll bis Ende des Jahres folgen. Gleichzeitig werden bestehende Läden modernisiert. Da sich ein Teil der Renovierungen nun ins nächste Jahr verschiebt, wird Hugo Boss 2017 auch etwas weniger investieren müssen als bislang gedacht und dürfte dadurch mehr Mittel in der Kasse haben. Der freie Cashflow, aus dem auch die Dividende bestritten wird, dürfte in diesem Jahr 250 Millionen Euro betragen und damit 30 Millionen Euro mehr als geplant.

Verstolperter Jahresstart

Allerdings hatte sich Hugo Boss im ersten Quartal schwere Patzer bei seiner Online-Strategie geleistet. Technische Probleme und ein falsches Produktangebot auf der Webseite sorgten für ein Minus von 27 Prozent in den ersten drei Monaten. Hugo Boss besserte nach. Zwischen April und Juni zogen die Online-Umsätze nun wieder um 9 Prozent an. Konzernweit stiegen die Erlöse um 2 Prozent auf 636 Millionen Euro. Im laufenden Jahr rechnet das Unternehmen mit stabilen Ergebnissen, Steigerungen sind erst ab 2018 geplant. Für 2019 und die Zeit danach will Hugo Boss stärker als der Markt wachsen.

Die Marketingaufwendungen sanken um zwei Prozent, aber für die aktuelle Kampagne hat es doch noch gereicht. Darin sind de Models Hannes Gobeyn und Kiki Willems in einer "Cinematic Journey" zu sehen. Jason Wu, Artistic Director von Boss Womenswear, kreierte den Film, den er zusammen mit Glen Luchford umgesetzt hat.

Das ist die Kampagne für die kommende Saison:

am/mit dpa

Hugo Boss: Online-Geschäft wieder im Aufwind

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht