Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück.
Irmela Schwab, Autorin bei LEAD digital, blickt auf die Woche zurück. © Foto:privat

Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Handel gegen Amazon: Was sich durch den Whole-Foods-Kauf ändert

Dass sich Amazon die weltgrößte Bio-Supermarktkette Whole Foods schnappt, ist für die Händler eigentlich eine gute Nachricht. Es zeigt: Ein Geschäft zu haben, ist etwas wert. Die Innenstädte werden nicht verwaist da stehen. Das heißt: Die Händler können ihren Läden ruhig noch mehr Beachtung schenken, indem sie den Omnichannel weiter ausbauen.

Dazu rät auch Richy Ugwu, CEO der Metro-Tochter Retail Media Group (RMG), im Interview mit LEAD digital. Doch geht es auch darum vorhandene Daten zu analysieren und zu monetarisieren, online wie eben auch offline. Den Kampf gegen den Konkurrenten aus Seattle können Händler nur gewinnen, wenn sie sich zusammenschließen. Das will die RMG im Bereich der Datenvermarktung bewerkstelligen. Mit dem Kauf von Whole Foods geht es nun auch um den Wettbewerb in den Ladengeschäften. Bis vor kurzem hatte der Internetriese noch keinen Zugriff auf die Marktanteile. Jetzt schon - und das ist die schlechte Nachricht, die die Übernahme von hunderten Whole-Foods-Filialen in mehreren Ländern beinhaltet.

Die Händler nehmen die Bedrohung inzwischen nicht nur ernst. Sondern sehr ernst. Selbst so große wie die US-Kette Walmart. Der Einzelhändler, der rund 11.600 Filialen weltweit betreibt, führt die Schlacht gegen Amazon inzwischen am erbittertsten. Schließlich musste er 2016 knapp 270 Läden schließen: Während Amazon 2014 im Netz 89 Milliarden umsetzte, kam Walmart dort nur auf zwölf Milliarden. Daher hat der Händler aus Bentonville seither gut zwei Milliarden in den E-Commerce investiert. Dazu zählen Apps und VR-Anwendungen.

Doch scheint das nicht zu reichen. Wie das "Wall Street Journal" diese Woche berichtet, dürfen Technologie-Provider nur dann mit Walmart zusammenarbeiten, wenn sie keine Amazon-Tools nutzen, wie zum Beispiel den Cloud-Computing-Dienst Amazon Web Services. Stattdessen preist der Händler etwa Microsofts Azure Cloud an, die er selbst nutzt. Nehmt besser einen alternativen Dienstleister - sonst seid ihr raus, so die unverblümte Botschaft.

Ein ähnlicher Wind wie jenseits des Ozeans herrscht auch in Deutschland. Dort soll die Zusammenarbeit der Händler untereinander stärker werden, fordert Ugwu. Wie das im Detail aussehen kann, dazu spricht der RMG-Chef sowie auch Johannes Steegmann, CMO Rewe Digital, auf der W&V Marketing Convention nächste Woche.

Handel gegen Amazon: Was sich durch den Whole-Foods-Kauf ändert

Artikel bewerten

Vielen Dank, Ihre Bewertung wurde registriert!

Sie können leider nur einmal pro Seite bewerten.

Ihre Bewertung wurde geändert, vielen Dank!

Leserkommentar

Wir freuen uns über Ihre Kommentare.

* Pflichtfeld
** Pflichtfeld, wird nicht veröffentlicht