Multichannel-Strategie | | von Annette Mattgey

Google Glass: Mehr Chancen fürs Shopping

Ladengeschäfte, die mehr Umsatz erzielen wollen, haben schon jetzt die Möglichkeit, Passanten mit Apps und locationbasierten Angeboten anzusprechen. Mit der Google-Glass-Brille werden die Varianten noch zahlreicher. Das Interesse an dem neuen Gadget scheint groß: Einer Studie von  Fittkau und Maaß Consulting zufolge steht rund ein Drittel der Deutschen der Datenbrille positiv gegenüber und würde sie gern verwenden. Vor allem der Aspekt, dass bei der Nutzung die Hände frei bleiben, eröffnet gänzlich neue Augmented-Reality-Szenarien. Auch im Retail-Bereich sehen Experten völlig neuen Spielraum Multi-Channel-Strategien. Mit Google Glass könnten Händler beispielsweise Flanierenden Informationen über Sonderangebote und Verkaufsaktionen bereit stellen.

Lenkung im Laden

Technisch ebenso möglich: Sobald Käufer den Laden betreten, verbindet sich Google Glass mit dem Funknetzwerk des Shops. Das persönliches Nutzerprofil verrät die bevorzugten Produkte, Lieblingsmarken und Konfektionsgrößen. Die Beratung, egal ob digital oder persönlich, kann nun viel gezielter erfolgen. Auch personalisierbare Angebote, etwa für Stammkunden, wären mit dieser Technologie umsetzbar.

Auch bei der Navigation ist Google Glass ein wichtiger Begleiter: Anstatt planlos im Geschäft nach bestimmten Produkten zu suchen, kann eine Laden-Navigation Kunden bei der Orientierung unterstützen. Denkbar wären beispielsweise mit RFID-Chips ausgestattete Zonen, wodurch sich der Kunde den Weg zu bestimmten Produktabteilungen wie Sportmode oder Technik auf der Datenbrille anzeigen lassen könnte.

Produktpräsentationen direkt vor Augen

Um das Warenangebot realitätsnah zu präsentieren, setzen Online-Händler vermehrt auf Videos oder interaktive Menüs, über die sich Social-Media-Kanäle einbinden lassen. Mit Google Glass könnten Einzelhändler solche Information zu jedem Produkt im Sortiment anbieten und durch den Blick auf einen QR-Code direkt auf den Brillenbildschirm projizieren.

Auch außerhalb des Ladengeschäfts kann Google Glass helfen, den Umsatz zu steigern. Erste entsprechende Apps befinden sich bereits in der Entwicklung. Die Shoppinganwendung „Glashion“ beispielsweise ermöglicht Nutzern, durch die Datenbrille gesichtete Kleidung und Mode-Accessoires direkt und unkompliziert über Glass zu kaufen. Sobald Nutzer ein Kleidungsstück entdecken, das ihnen gefällt, wird mittels eines Sprachbefehls ein Foto davon gemacht. Die App gleicht dann im Hintergrund das Foto über die Programm-API mit ähnlich aussehenden Produkten ab. Das Ergebnis erhält der Nutzer direkt auf den Bildschirm. Der kann dann die vorgeschlagenen Produkte durchsehen und bei Gefallen kaufen.

„Google Glass bietet dem Handel enormes Potenzial. Die Datenbrille hat das Zeug, zum Verkaufsschlager zu avancieren“, glaubt Eric Abensur, CEO des E-Commerce-Dienstleisters Venda. „Um erfolgreich am Markt zu agieren und dem Wettbewerb voraus zu sein, muss der Handel technologische Neuerungen annehmen und auf Veränderungen flexibel reagieren.“

Google Glass: Mehr Chancen fürs Shopping

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