Online-Kooperation | | von Susanne Herrmann

Gladbacher Läden verkaufen auf Ebay

Mönchengladbach ist das neue Brooklyn? Der aufstrebend In-Stadtteil New Yorks hat tatsächlich etwas mit der 250.000-Einwohner-Stadt in Nordrhein-Westfalen gemeinsam: Die beiden sind die ersten, in denen Ebay mit dem lokalen Handel kooperiert. Während Ebay Brooklyn aber bereits wieder dichtgemacht hat, geht es am Niederrhein erst los: Der Einzelhandel Mönchengladbachs bietet seine Waren ab sofort auf einer eigenen Ebay-Plattform an. Die Kunden können Artikel hier online bestellen und bei einem der gut 40 Händler abholen oder sich Waren nach Hause liefern lassen.

Das Pilotprojekt soll so die Grenzen zwischen stationärem Handel und Onlineshopping auflösen. Die Angebote der Einzelhändler werden gezielt an Konsumenten in Mönchengladbach vermarktet. "Mönchengladbach bei Ebay" ist eine Kooperation von MG Retail 2020, ein Projekt der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach GmbH (WFMG) und des E-Web Research Center der Hochschule Niederrhein, und dem Onlineauktionshaus Ebay. Peter Achten, Hauptgeschäftsführer Handelsverband Nordrhein-Westfalen e.V.: "Besonders interessant finde ich, dass Kunden neben den üblichen Online-Bestell- und Versandwegen auch ganz bewusst in den Laden geführt werden können. Davon werden alle profitieren und der Standort Mönchengladbach wird gestärkt."

Bis Mitte 2016 soll die Gladbacher Ebay-Plattform den stationären Einzelhandel in Mönchengladbach stärken. Denn im Handel geht mittlerweile ohne Online und Mobile nicht mehr viel. Der Zusammenarbeit ging ein Forschungsprojekt der WFMG und dem E-Web Research Center zu den "Auswirkungen des Online-Handels auf Städte und Gemeinden in NRW am Beispiel der Stadt Mönchengladbach" voraus, um Handlungsperspektiven für den innerstädtischen stationären Einzelhandel aufzuzeigen. Ein Ergebnis der Experten war, mit der Präsenz auf Onlinemarktplätzen auf das veränderte Kaufverhalten der Verbraucher zu reagieren. Am besten dafür geeignet sei Ebay. Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der WFMG: "Händler- und Konsumentenbefragungen in Mönchengladbach haben ergeben, dass vom stationären Handel mehr und mehr erwartet wird und dass es eine Verbindung zu Verkaufskanälen im Internet und über mobile Geräte geben muss."

Über "Mönchengladbach bei Ebay" haben stationäre Händler einen Online- und Mobile-Verkaufskanal und erreichen neben den Konsumenten in Mönchengladbach potenziell auch 17 Millionen aktive Ebay-Kunden in Deutschland. Die teilnehmenden Händler bekommen Startberatung und bei Bedarf Unterstützung durch Inventorum, die ein iPad-Kassensystem mit Ebay-Integration anbieten. Stephan Zoll, Deutschlandchef von Ebay: "Für uns ist 'Mönchengladbach bei Ebay' eine großartige Gelegenheit, die Möglichkeiten unserer Plattform zur Stärkung des lokalen Einzelhandels anzubieten."

Ebay betrieb ein vergleichbares Pilotprojekt seit Ende 2014 im New Yorker Stadtteil Brooklyn: Kunden konnten ihre Artikel per Smartphone-App bestellen und die Waren nach Hause liefern lassen oder abholen. Für eine Lieferung am selben Tag waren fünf Dollar fällig – wer die Bestellung im Laden selbst abholte, bekam hingegen Rabatt. Der Pilotversuch in Mönchengladbach soll, sofern er die gewünschten Erfolge bringt, ausgeweitet werden auf andere Städte. Brooklyn ist aber bereits beendet: Ende Juli gab der Konzern bekannt, man werde weitere Liefer- und Abhol-Kaufmöglichkeiten ausprobieren, die für eine größere Zielgruppe relevant seien. 

Ein lokales Projekt von stationären Händlern im Netz gibt es bereits seit etwa einem Jahr in Wuppertal. Und die Plattform "Simply Local" bündelt die Angebote lokaler Händler in mehreren Städten. In Wolfenbüttel, Attendorn und Göppingen sind ähnliche Online-Portale geplant.

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