Emojis und Bots - die größten Missverständnisse
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Wochenrückblick | | von Irmela Schwab

Emojis und Bots - die größten Missverständnisse

Puh! Da dürfte die Erleichterung unter Sprachfetischisten groß sein. "Emojis sind keine wirkliche Sprache. Sie haben keine Grammatik oder Vokabular, so dass sie keine geschriebene Sprache ersetzen können”, befindet Medienpsychologin Sabrina Eimler, Professorin an der Hochschule Ruhr-West. Damit kommentiert sie die Arbeit des Unicode-Konsortium, das nun Richtlinien für die Interpretation der Grinsegesichter erlassen hat, um Missverständnisse zu beseitigen: Was sagt etwa ein lachendes Gesicht mit Tränen in den Augen aus? Fragen Sie mal die Kollegen? Na bitte! Da driften die Meinungen offenbar weit auseinander. 

Die nächsten Missverständnisse sind schon vorprogrammiert. Media-Saturn lässt in Kürze seine Lieferroboter aus seinem Innovationslabor. Der Bot soll künftig Pakete, Einkäufe und Lebensmittel innerhalb eines Radius von circa fünf Kilometern zum Kunden apportieren wie ein Hund die Morgenzeitung. Media-Saturns Zustellgehilfe kann autonom fahren und wird gleichzeitig von menschlichen Operatoren im Kontrollzentrum überwacht. Das klingt ja erst mal gut. Aber die Bevölkerung muss sich sicherlich erst damit anfreunden, dass ihnen auf dem Gehsteig kleine Antennen-bestückte Miniwägen entgegen rollen: "Huch, was will der von mir? Muss ich Angst haben?"

Offenbar nicht: Seit Beginn der ersten Tests in Europa und Amerika Ende letzten Jahres, haben die Roboter bereits über 8.000 km ohne einen einzigen Unfall zurückgelegt und sind dabei 400.000 Menschen begegnet. In den USA, bei Tesla dagegen ist es passiert: Trotz eingeschaltetem Autopilot hat es zwei Unfälle gegeben, einer davon mit tödlichem Ausgang, als ein Tesla in einen Lkw raste. Was heißt: Achtung, auch Maschinen können irren. Zu glauben, man können sein Hirn komplett ausschalten, ist das große Missverständnis. 

Roboter und Mensch: ein Szenario an das man sich im Alltag doch schneller gewöhnen wird als jetzt - missverständlich, vermutlich - befürchtet. Dafür sorgen auch die neuen Kommunikations-Roboter. Deutschen Konsumenten ist der Kundenservice der Unternehmen nämlich viel zu langsam, falls es überhaupt einen gibt. Wie eine Studie von YouGov herausgefunden hat wünscht sich König Kunde eine Reaktionszeit von unter 15 Minuten auf seine Supportanfragen. “Hallo, ich bin doch keine Maschine!”, empört sich da der schuftende Kundenberater - und schaltet den Chatroboter ein: Über Whatsapp, Facebook Messenger und Co. sollte es in Zukunft schnellere Antworten geben.

Schneller bestellen kann man demnächst in Asien. Mastercard testet im Labor in Singapur einen Roboter, der dem Pizza Hut-Kunden bedient und am Ende über Mastercards mobilen Wallet, den Masterpass, abkassiert. Wer aber denkt, er muss dem metallenen Unmenschen kein Trinkgeld geben, der irrt. Vielleicht.

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