EHI | | von Annette Mattgey

E-Commerce ohne Facebook unvorstellbar

Fast 30 Milliarden Euro erwirtschaften die deutschen Onlineshops. Damit machten die Händler 2012 ein Plus von 16,1 Prozent. Auf Unterstützung durch Social Media wollen die meisten nicht verzichten. 85 Prozent pflegen ihren Facebook-Auftritt. Das analysiert die aktuelle Marktstudie „E-Commerce-Markt Deutschland 2013“ von EHI und Statista, in der zum fünften Mal die 1.000 größten Onlineshops für physische und digitale Güter in Deutschland analysiert wurden. Der Gesamtmarkt der Top 1.000 Onlineshops ist in 2012 um 16,1 Prozent auf 29,5 Mrd. Euro angewachsen. Die drei umsatzstärksten Onlineshops 2012 in Deutschland waren Amazon.de, Otto.de und Notebooksbilliger.de (siehe Statista-Grafik oben). Mit einem Onlineumsatz von über 4,8 Mrd. Euro hielt Amazon.de einen Anteil von 16,3 Prozent am Gesamtmarkt der 1.000 umsatzstärksten Shops. Ein weiterer großer Pure-Player, Zalando.de, hat mit Platz 4 und 411,6 Mio. Euro Umsatz zwar das Sieger-Treppchen knapp verfehlt, aber immerhin 16 Plätze im Vergleich zum Vorjahr aufgeholt.

Bei den Umsatzanteilen gab es keine nennenswerten Verschiebungen. Die zehn umsatzstärksten Shops erwirtschafteten über 32 Prozent, bei den 100 umsatzstärksten Shops waren es fast 63 Prozent und die 500 umsatzstärksten Shops generierten fast 86 Prozent des Gesamtmarktes.

Auch der Umsatzanteil der Generalisten blieb mit knapp 37 Prozent und 10,9 Mrd. Euro unverändert. Das Segment „Bekleidung, Textilien, Schuhe“ folgte mit fast 20 und „Computer, Unterhaltungselektronik, Handys und Zubehör“  mit fast 14 Prozent. Bei allen weiteren 25 Produktsegmenten lagen die Umsatzanteile bei unter 5 Prozent. Die EHI-Studie „E-Commerce-Markt Deutschland 2013“ lässt sich im Online-Shop des Instituts kostenpflichtig bestellen.

Mobile macht Boden gut

Smartphone- sowie Tablet-optimierte Websites oder Apps inklusive Shopfunktion sind um gut 36 Prozent gewachsen und haben ihren Marktanteil auf über 29 Prozent (Vorjahr: 21,4 Prozent) ausgebaut. Kataloge oder Magazine halten über 23 Prozent innerhalb der Vertriebskanäle.

Tragende Säule Facebook

Social Media ist für die Onlinehändler nahezu unverzichtbar geworden. 85 Prozent der Händler setzen auf Facebook, 66 Prozent twittern, gut 56 Prozent sind auf Google+ und 55 Prozent haben einen YouTube-Channel. Besonders stark aufgeholt hat dabei Google+ mit einem Wachstum von über 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Vorreiter in der EU

Zwei Drittel (65 Prozent) der Bundesbürger kaufen im Internet ein, europaweit sind es lediglich 45 Prozent. Insgesamt ist Online-Shopping in den vergangenen Jahren deutlich populärer geworden: 2008 kauften hierzulande erst 53 Prozent der Bürger im Internet ein, der EU-Schnitt lag damals bei 32 Prozent. Auch der Hightech-Verband Bitkom gab heute Zahlen zum Thema E-Commerce bekannt. Basis der Zahlen sind aktuelle Angaben der europäischen Statistikbehörde Eurostat. „Online-Shopping steht in Deutschland in der Tradition des erfolgreichen Versandhandels mit seiner international herausragenden Logistik, kurzen Lieferzeiten und einem hohen Verbraucherschutz“, sagt Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Im europäischen EU-Vergleich fallen starke regionale Unterschiede auf. Der Einkauf im Internet ist vor allem in Nord- und Westeuropa populär: Am größten ist der Anteil der Online-Shopper mit 76 Prozent in Norwegen. Es folgen Schweden (74 Prozent), Dänemark und Großbritannien (je 73 Prozent) sowie Luxemburg (68 Prozent). Deutschland teilt sich mit den Niederlanden und Finnland Rang 6. Eine weit geringere Rolle spielt der private E-Commerce hingegen in den Ländern Süd- und Osteuropas. So lag der Anteil der Online-Shopper in Spanien (31 Prozent), Italien (17 Prozent) oder Rumänien (5 Prozent) deutlich unter dem EU-Durchschnitt. Ein Grund: Die Internet-Nutzung ist in südeuropäischen Ländern generell niedriger.

 

E-Commerce ohne Facebook unvorstellbar

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